Verantwortung für sein Leben übernehmen und trotzdem die Kontrolle auch einmal abgeben.

Frau von hinten mit Blick aufs Meer

Ich bin seit jeher ein kleiner „Kontrollfreak“. Als ich nun von Verena eingeladen wurde, an ihrer #BetterThanYesterdayChallenge teilzunehmen, wollte ich unbedingt einen Beitrag dazu beisteuern und das Thema „Verantwortung für sein Leben übernehmen und trotzdem die Kontrolle auch einmal abgeben“ sprach mich sofort an. Denn wie ihr euch vielleicht denken könnt, fällt es mir besonders schwer, die Zügel auch mal aus der Hand zu geben.

Doch ich habe meine Erfahrungen mit Kontrollverlust gemacht und möchte euch mit diesem Beitrag die Möglichkeit geben, von meinen Erlebnissen zu profitieren und somit letztendlich einen kleinen Schritt näher zur „besten Version eurer Selbst“ zu gelangen. 

Die Entstehung meines Kontrollzwangs

Es kann sein, dass die Ursache darin liegt, dass ich ein Scheidungskind bin. Auch wenn ich behaupten möchte, dass die Trennung meiner Eltern keine „bleibenden Schäden“ in meiner psychischen Entwicklung verursacht hat, so hat sie doch in gewisser Weise ihre Spuren hinterlassen, denn meine Einstellung zu gewissen Dingen wurde definitiv durch den Verlauf meiner Kindheit beeinflusst.

18 Jahre lang habe ich meiner Mutter dabei zugesehen, wie sie als alleinstehende und Vollzeit berufstätige Frau ihren Alltag mit Kind gemeistert hat. Dies hat mich gelehrt, wie wichtig es ist, stets unabhängig zu sein und die volle Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. 

So entwickelte ich mich im Laufe der Zeit jedoch zu einer immer größeren Egomanin, der es schwer fiel, Vertrauen zu anderen Personen aufzubauen, oder ihnen gar die Verantwortung zu übertragen. Ich wollte stets alle Situationen selbst bewältigen und die Kontrolle behalten. Mir war die Vorstellung einfach zuwider,  keine Macht mehr über gewisse Abläufe zu haben, die mein eigenes Leben betreffen.

Doch wie so oft im Leben, braucht es erst eine Krise, um zu erkennen, dass es auch einen anderen Weg gibt…

Was hat sich geändert?

Der Hauptauslöser für mein Umdenken war vermutlich meine Depression. Diese entstand, gegen Ende meiner Jugend, unter Anderem aus dem selbst auferlegten Leistungsdruck.

Stets die Kontrolle behalten zu wollen und niemals Verantwortung abzugeben, erfordert viel Mut und Kraft. Und beides wiederum erfordert viel Energie, die selbst die stärkste Persönlichkeit irgendwann nicht mehr aufbringen kann. 

Während dieser Zeit habe ich gelernt, dass es wichtig ist, auch einmal Hilfe annehmen zu können und dass man gewisse Situationen alleine nur schwer bewältigen kann.

Dies habe ich mir auch für mein weiteres Leben mitgenommen, denn ich habe erkannt, dass ich nicht immer alles alleine meistern muss.

Fakt ist: Wir sind keine Einzelkämpfer und gemeinsam schaffen wir mehr.

Es gibt gewisse Dinge, in denen Andere einfach besser sind als ich. Dinge, wo es Sinn macht, auf die Expertisen und den Erfahrungsreichtum von Anderen zu vertrauen, auf welches/n ich zurückgreifen und von dem ich lernen und profitieren kann.

Ich habe gelernt, dass es das eigene Leben durchaus bereichern kann, wenn man die Kontrolle auch einmal abgibt.

Das bedeutet nicht, dass man schwach ist, sondern führt im Endeffekt zu einem effizienteren Lebensstil. Die meisten Menschen haben nämlich genau deshalb ein Problem damit, Verantwortung abzugeben, weil sie es als Schwäche sehen, wenn sie  das Gefühl haben, gewisse Dinge nicht alleine schaffen können.

Dabei ist es gar nicht nötig, sich alleine mit Problemstellungen herumzuschlagen, wenn man diese viel schneller und leichter überwinden kann, wenn man sich Unterstützung von Anderen holt.

Verantwortung für sein Leben übernehmen und trotzdem die Kontrolle auch einmal abgeben.

Fazit

Mir ist es nach wie vor wichtig, stets unabhängig zu sein und bis zu einem gewissen Grad die Kontrolle zu behalten. Ich möchte die Verantwortung für mein Leben nicht an Andere abgeben und ich bin mir bewusst, dass ich so ziemlich jede Situation auch alleine meistern könnte, wenn ich es müsste.

Jedoch ist es nicht schlimm, sich auch einmal von Anderen helfen zu lassen.

Um die „beste Version seiner Selbst“ zu werden, muss man auch die Fähigkeit besitzen, sich Schwächen einzugestehen und Hilfe annehmen zu können.

Im Endeffekt kommt man im Leben schneller voran, wenn man mit Anderen zusammenarbeitet. Wenn man Input von Außen zulässt und aus dem Wissen und den Erfahrungen Anderer etwas lernt. 

Wichtig ist es, immer offen für neue Impulse zu bleiben und eine gesunde Balance zwischen der Verantwortlichkeit für sich selbst und sein Leben und dem Vertrauen in Andere zu finden.

Zusammenfassung: Weshalb es gut ist, die Kontrolle auch einmal abzugeben und was es bedeutet, die Verantwortung für sein Leben zu übernehmen!

Die Kontrolle abzugeben, kann

  • neue Blickwinkel auf gewisse Dinge eröffnen.
  • die eigene Psyche entlasten, denn man reduziert Stress und Leistungsdruck.
  • dazu führen, gewisse Situationen schneller und einfacher zu bewältigen.

Die Kontrolle abzugeben, bedeutet jedoch nicht, dass man schwach ist! Es ist vielmehr eine Stärke, auch auf die Fähigkeiten Anderer vertrauen zu können und voneinander zu profitieren.

Verantwortung zu übernehmen bedeutet

  • Unabhängigkeit
  • die Konsequenzen seines Tuns zu berücksichtigen und auch zu tragen
  • den eigenen Weg selbst zu bestimmen und gegebenenfalls auch zu verändern
  • nicht, dass man den Alltag als EinzelkämpferIn bewältigen muss!

 

Die Fähigkeit mir meine Schwächen einzugestehen und mich auch mal auf Andere zu verlassen, wenn sie gewisse Dinge besser können als ich, hat mich näher zur „besten Version meiner Selbst“ gebracht. Ich hoffe, dass ich auch euch mit diesem Beitrag dabei unterstützen kann, eure Potentiale zu erkennen, zu entfalten und zu nutzen, um das Beste aus eurem Leben herauszuholen.

Liebe Grüße, eure Kay.

Wie geht es euch damit, wenn ihr die Kontrolle abgeben müsst? Könnt ihr Anderen leicht die Verantwortung übertragen, oder ist dies auch manchmal eine kleine Herausforderung für euch? Verratet mir doch eure Meinung zu diesem Thema in den Kommentaren! 🙂

 

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24 Kommentare zu „Verantwortung für sein Leben übernehmen und trotzdem die Kontrolle auch einmal abgeben.

  1. Wir alle sind Vollverantwortlich für unser Leben, das heißt aber nicht, dass wir alles Alleine schaffen müssen. Noch ein Tipp von mir ein „effizienter Lebensstil“ ist nicht erstrebenswert, sondern ein „erfüllender Lebensstil.
    Alles Liebe
    Annette

    1. Das kommt darauf an 😉 Wenn ich die Fähigkeit besitze, Aufgaben effizient zu erledigen, bleibt mir mehr Zeit für Qualitytime und das finde ich sehrwohl erstrebenswert 😉 Liebe Grüße!

  2. Sehr schöner Artikel! Ich kann den starken Wunsch nach Unabhängigkeit zu 100% nachfühlen, ich bin selber jemand, der soweit möglich gern alles selber macht und die Zügel in der Hand halten will. Mich hat meine Unfähigkeit, anderen Menschen zu vertrauen, aber zeitweise sehr einsam gemacht. Ich hatte die Probleme dadurch dann nicht in puncto Effizienz, sondern auf emotionaler Ebene – das hat mich auch nicht weitergebracht.
    Für mich ist Vertrauen zwar immer noch anstrengend, aber ein Leben als völliger Einzelkämpfer würde mich bedeutend unglücklicher machen als hin und wieder mal enttäuscht zu werden. Und engere Bindungen zu anderen Menschen bedeuten – wie du schon schreibst – eben auch neue Blickwinkel, eine gewisse Entlastung und, ganz wichtig, viele schöne Momente mit Herzmenschen, die sonst nur halb so bedeutsam gewesen wären!
    Liebe Grüße
    Zoë

  3. Achja, das kenne ich nur zu gut. Ich will auch immer alles selber machen und mir fällt es schwer, Dinge abzugeben. Auch so ein Grund, weshalb ich Gruppenarbeiten in Studium immer ganz furchtbar finde.
    Aber du hast vollkommen recht: man muss auch mal die Kontrolle loslassen und sich auf andere verlassen.

    Ein toller Beitrag!
    Liebe Grüße

  4. Wir alle haben Schwächen! Sie gehören einfach zu uns und machen uns menschlich! Find ich toll, dass du so offen darüber schreibst und gelernt hast auch mal abzugeben und Schwächen einzugestehen! Mega!!! Thumps up und weiter soooo!
    Sprinzenminzige Grüße, Iris 🐞

    1. Oh, danke für deine lieben Worte, Iris! Es stimmt, Schwächen gehören einfach zum Menschsein dazu und sind nichts, wofür wir uns schämen müssen!

      Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich wünsche dir noch einen schönen Abend!

  5. liebe Kay, ich finde es so toll, dass du so offen mit diesem Thema umgehst! es gehört eben einfach zum Leben dazu, aber dennoch verstecken soch viele Menschen einfach … dabei sind es ja eigtl. genau diese Dinge, die uns teilweise auch voneinander unterscheiden und uns gegenseitig näher bringen 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com

  6. Mir fällt es immer schwer die Kontrolle abzugeben, deswegen hab ich Gruppenarbeiten immer gehasst. Entweder man war mit der Arbeit des anderen nicht zufrieden, oder es waren doch beide faul 😀 Beides ziemlich doof, weshalb ich lieber alles alleine gemacht habe, dann musste man was machen und konnte nur sich selbst die Schuld zuschieben 😀

    1. Haha da war ich( und bin ich wsl immer noch ;)) genauso! Gruppenarbeiten sind ein Graus für mich, vor Allem wenn man die Anderen nicht gut kennt und nicht weiß, ob man sich auf sie verlassen kann. Da bin ich wie du und erledige die Dinge lieber selbst 😀

      Liebe Grüße!

  7. Danke für deinen Beitrag und das du so offen bist. Damit habe ich eigentlich kein Problem, solange es Menschen sind denen ich vertrauen kann und auf die ich mich verlassen kann. Schwierig wird es wenn das nicht gegeben ist.

    LG aus Norwegen
    Ina

    1. Dass ich anderen Menschen, die ich nicht kenne, jemals blind vertrauen werde, wird es wohl nie geben aber ja, bei denjenigen, welche mein Vertrauen gewonnen haben, fällt mir das nun auch leichter 🙂 Liebe Grüße!

  8. Vielen Dank für diesen tollen, offenen und ehrlichen Beitrag! Ich bin übrigens ganz bei Dir, denn wer unabhängig sein möchte (und das möchte ich auch), muss eben die Verantwortung für sich selbst und das eigene Leben übernehmen. Man kann niemanden dafür verantwortlich machen, wenn es mal nicht so rund läuft. Allerdings heißt es natürlich nicht, dass man nicht auch mal nach Hilfe fragen kann und diese annimmt.

    Liebst, Elisa

  9. Hallo Kay,

    die Kontrolle abzugeben ist schon schwer. Jahrelang habe ich mich in Zwängen ergeben und mich dadurch durch das Leben hetzen lassen. Dabei habe ich fast vergessen zu genießen und mich auch mal zurück zu lehnen und Dinge einfach mal geschehen lassen. Gerade die nicht perfekten Momente oder die chaotischen Situationen bleiben im Kopf und sorgen so für unvergessliche Momente. Natürlich ist Verantwortung wichtig, aber Sie muss nicht immer nur bei einer Person liegen, delegieren oder um Hilfe bitten sind dabei eine besondere Stärke.

    Liebe Grüße
    Blog-Pirat
    https://blog-pirat.com

  10. Wenn ich mir deinen Beitrag so durchlese, entdecke ich viel von mir selbst darin. Trennungskind, Mama als Powerfrau,…das färbt natürlich ab! Besonders Dinge abzugeben fällt mir oft schwer, weil ich eine echte Perfektionistin bin und alles lieber selbst erledige, bevor ich nachbessern muss. Aber ich bemühe mich, in dieser Hinsicht auch anderen mehr zu vertrauen!

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com und thepawsometyroleans.com

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