Arbeitest du noch, oder lebst du schon? -Weshalb eine gesunde „Work-Life-Balance“ heutzutage ein Luxusgut ist…

work life balance

Arbeit- eine Lebensaufgabe oder eine Notwendigkeit des Lebens?

Geld macht nicht glücklich.

Das war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als ich die Blogparade von million-beautiful-things zum Thema „Arbeit- Eine Lebensaufgabe oder eine Notwendigkeit des Lebens?“ entdeckte.

Meine Neugier war geweckt und ich hatte plötzlich große Lust , einen Beitrag zu dieser Parade beizusteuern.

Erst wenige Tage zuvor hatte ich über eben diese Thematik mit einer Arbeitskollegin gesprochen und wir teilen die Ansicht, dass wir niemals für unsere Arbeit leben wollen.

Wir arbeiten um zu leben!

Wer den Luxus hat und finanziell dazu in der Lage ist, sich sein Leben beruflich so zu gestalten, dass man

  • erstens einen Job hat, der einem tatsächlich Freude macht und der
  • zweitens ausreichend Freizeit bietet,

sehe ich keinen Grund dafür, einen „9 to 5 Job“ auszuüben, zu dem man sich tagtäglich aufraffen muss und der einen auf Dauer nicht glücklich macht.

Laptop mit Post Its

Die meisten Menschen und auch ich selbst befinden sich meist in einem ganz bestimmten Zwiespalt, wenn es um das Thema „Work-Life-Balance“ geht.

Einerseits möchte man ausreichend Freizeit haben, andererseits kann man diese am Besten nutzen, wenn man ausreichend Geld zur Verfügung hat, um beispielsweise zu verreisen, oder shoppen zu gehen. Je nachdem, was einem eben die größte Freude bereitet.

Meine persönlichen Ansprüche sind nicht besonders hoch. Das soll heißen, dass ich (im materiellen Sinn) nicht viel brauche, um im Leben glücklich zu sein.

Ich sehe es als absoluten Luxus an, einen Beruf auszuüben, bei dem meine Freizeit nicht zu kurz kommt und der auch noch so gut bezahlt ist, dass ich nicht einmal dazu gezwungen bin, Vollzeit berufstätig zu sein.

Grundsätzlich bin ich aber überzeugt davon, dass ich auch ohne einem einzigen Cent in der Tasche, unter einer Brücke hausend, glücklich werden könnte. SOLANGE ich meine Liebsten um mich habe. Freunde, Familie, mein Mann und meine Haustiere. Das ist Alles, was ich im Leben brauche.

Und das kann man mit Geld nicht kaufen. Ich möchte Erfahrungen machen und Erinnerungen sammeln, an die ich am Ende gerne zurückdenke. Und diese werden bestimmt nicht jene sein, die ich mit Arbeiten zugebracht habe. Oder gar materielle Dinge beinhalten, die ich mir um teures Geld gekauft habe.

Arbeiten um zu leben ist ist Luxus

Gleichzeitig packt mich bei solchen Aussagen natürlich immer das schlechte Gewissen. Nicht Jede/r befindet in der glücklichen Situation, sich aussuchen zu können, wie er oder sie sein/ihr Leben führen möchte. Viele leben am Existenzlimit und arbeiten für einen Hungerlohn bis zu 100 Stunden in der Woche, nur um ihre Familie ernähren zu können.

Aber dann gibt es eben auch den krassen Kontrast dazu. Die sogenannten „Workaholics“, welche rund um die Uhr nur ihren Job und ihr Geld im Kopf haben, (welches sie dann aber nicht mal ausgeben können, denn sie haben ja keine Freizeit).

Oder Jene die sagen, sie arbeiten so viel, damit ihre Kinder es später einmal besser haben als sie.

Grundsätzlich ist das ja ein sehr lobenswerter Gedanke. Doch ein solcher „Lifestyle“ hat aber eben auch einen Haken, denn ich frage mich:

Haben diese Menschen dann ihr gesamtes Leben mit arbeiten verschwendet?

Ein ganzes Leben! Wer weiß schon mit Sicherheit, ob es noch ein Weiteres gibt, nach dem Tod? Und was, wenn nicht? Wofür haben sie dann gelebt? Nein , anders gefragt:

Haben sie dann überhaupt gelebt? Oder haben sie einfach nur existiert?

notizblock

Zugegeben, der Gedanke , dass Menschen arbeiten gehen, um der nachfolgenden Generation ein besseres Leben bieten zu können, scheint hierzulande doch etwas veraltet. Dass meine Großeltern nach dem Krieg diese Einstellung hatten, ist mehr als verständlich, denn sie haben schlimme Zeiten durchgemacht.

Doch auch sie bereuen heute, wo sie ein Alter erreicht haben, in dem sie ihr Leben aufrund ihres körperlichen Zustandes nicht mehr so leben können, wie sie es gerne tun würden, dass sie zu keiner Sekunde jemals auch nur ein bisschen auf sich selbst und ihre Bedürfnisse geachtet hatten. Denn sie haben trotz ihres aufopfernden Lebensstils zwar indirekt dazu beigetragen, dass sich die Wirtschaftslage erholt hat und die Kinder erfolgreich in ihren Berufen wurden und heute finanziell auf eigenen Beinen stehen können, jedoch mit erheblichen Einbußen ihrer eigenen Freiheit. Sprich, sie nahmen sich nie Zeit für sich selbst.

Dieser Gedanke macht mich traurig…

Hat in unserer Gesellschaft Individualismus keinen Platz?

Da bei dieser Blogparade auch die Fragestellung aufkam, wie man zum Thema Notensystem in Schulen steht, bin ich gleich beim nächsten Punkt.

Bereits unsere Kinder werden dazu gedrängt, sich in eine leistungsorientierte Gesellschaft einzufügen. Es geht immer darum, gute Noten zu schreiben und stets der/ die Beste zu sein , und zwar in Allem.

Für Individualismus ist hier kein Platz. Für mich ist das langfristig gesehen der Untergang unserer Gesellschaft. Denn anstatt den Fokus darauf zu legen, Experten in bestimmten Gebieten zu erziehen, die sich später gegenseitig unterstützen und somit gemeinsam Großartiges schaffen könnten, wird priorisiert, dass man sich in ein bestehendes, festgefahrenes und veraltetes System einfügt, das nicht hinterfragt werden soll . 

Immerhin geht das Schulsystem in Österreich auf Maria Theresia zurück, welche die Absicht hatte, möglichst vielen Fabrikarbeitern das Lesen und Schreiben beizubringen, um möglichst schnell monotone Abläufe ausführen zu können.
Was Mitte des 19. Jahrhunderts exakt auf die damaligen wirtschaftlichen Umstände zugeschnitten war soll heute ebenfalls der richtige Weg sein um junge Menschen auf einen schnelllebigen und flexiblen Arbeitsmarkt vorzubereiten?

Eigenständiges Denken scheint unterwünscht und bereits unsere Kleinsten werden gebrochen. Ihre Phantasie wird eingedämmt und in Schranken gewiesen…

Welcome to Utopia – Wie würde die Welt ohne Arbeit für mich aussehen?

Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich gerne in einer Welt leben, in der

  • niemand mehr arbeiten müsste, um existieren zu können .

In einer Welt, in der

  • Geld keinen hohen Stellenwert hat und wo Jede/r sich Alles leisten kann.
  • Wo sich Jede/r bewusst ist, dass es nicht darauf ankommt, möglichst viel zu besitzen, um reich zu sein. Wo Allen klar ist, dass der wahre Reichtum unsere Erinnerungen sind.

Ich würde gerne in einer Welt leben, in der

  • die Menschen arbeiten gehen, weil sie es möchten. Weil sie das tun dürfen, was sie gut können und was sie gerne machen.
  • In der es kein Konkurrenzdenken, sondern eine Gemeinschaft gibt .
  • In der andere Werte vorherrschen als Reichtum, Besitz und Macht.
  • In der es um Nächstenliebe, Achtsamkeit und Umweltschutz geht.

Und nein, ich bin weder religiös noch spirituell veranlagt oder gar ein Öko-Freak. Aber ich sehne mich nach einer Gesellschaft die erkennt, dass das Leben da ist, um es zu leben.

Denn die Wenigsten tun das. Die meisten funktionieren. Sie existieren. Aber sie leben nicht.

Die Menschen müssen erkennen, dass ein gemeinsames Leben nur dann funktioniert, wenn es ein Miteinander statt einem Gegeneinander gibt. Sowohl unter den Menschen innerhalb einer Gesellschaft, als auch im Umgang der Menschen mit der Natur.

happiness

Back to reality…

Gut, ein „Was wäre wenn?“ – Szenario durchzuspielen, ist eigentlich gar nicht meins. Die Initiatorin dieser Blogparade stellt als kleinen Denkanstoß aber auch die Frage, was man in beruflicher Hinsicht anders machen würde, wenn man noch einmal die Chance hätte, von vorne zu beginnen.

Nun, ich würde wohl gar nichts anders machen. Ich blicke niemals mit Gram oder Reue in die Vergangenheit. Jede einzelne Erfahrung die ich gemacht habe, sei sie gut oder schlecht, hat mich zu dem Meschen gemacht, der ich heute bin. Es hat schon alles irgendeinen Sinn, auch wenn man es nicht immer gleich erkennt.

Ich glaube diesen Satz habe ich bereits öfter hier auf meinem Blog geschrieben, aber ich kann ihn eben nicht oft genug sagen. Denn davon bin ich zu 100% überzeugt.

Fakt ist, man kann die Vergangenheit nicht ändern. Aber man hat Einfluss auf die Zukunft. In jedem Fall auf seine eigene!

Sich beruflich zu verändern ist heutzutage in so gut wie jedem Alter möglich. Ich kenne PensionistInnen, die mit 65 noch ein Studium beginnen.

Ich denke, von vorne zu beginnen, würde mir persönlich nicht viel bringen, denn ich wäre wieder an dem Punkt, wo ich nicht weiß wo es hingehen soll, weil mir einfach gewisse Erfahrungen noch fehlen würden, die ich bis zum heutigen Tag gemacht habe. Nun weiß ich , wo mein Weg hingehen soll. Und vielleicht sieht er in fünf bis zehn Jahren auch schon wieder ganz anders aus.

Was ich tun würde, wenn ich fünf Jahre lang nicht arbeiten müsste und dennoch das Gehalt normal weiterfließen würde?

Nun , dann würde ich mich weiterbilden. und ich würde dennoch arbeiten, denn auch wenn mir meine Freizeit unheimlich wichtig ist, weiß ich sie doch erst richtig zu schätzen (und nutze sie auch voll aus), wenn sie ein wertvolles Gut bleibt und nicht zur Gewohnheit wird.

Abschließend ist zu sagen, ja auch ich muss arbeiten um Geld zu verdienen, aber meine Arbeit wird niemals mein Lebensinhalt sein.

Ich selbst übe vielleicht auch nicht meinen absoluten Traumjob aus, aber ich habe das Gefühl etwas sinnvolles zu tun und meine Lebenszeit nicht zu verschwenden.

Ich denke, das Allerwichtigste ist , dass man etwas tut, das man gerne macht. Sodass Arbeit weniger einer Verpflichtung gleicht und mehr zur Qualitytime wird. Zu einer Bereicherung eben und nicht zu einem Zwang.

Denn mit einer positiven Grundeinstellung kann man auch im Berufsleben jene Erfahrungen und Erinnerungen sammeln, auf die man am Sterbebett gerne zurückdenkt.

Jeder von uns gestaltet sein Leben selbst. Wie farbenfroh und abwechslungsreich es wird, bestimmen wir.

Und wie gesagt, wer die Möglichkeit hat, sich zu entfalten, sollte dies auch tun.

So ihr lieben LeserInnen. Nun interessiert mich aber, wie ihr das Ganze seht? Arbeitet ihr um zu leben, oder lebt ihr um zu arbeiten? Ist euch Geld wichtig, oder liegen eure Werte woanders? Gebt doch einfach euren Senf dazu und lasst mir einen Kommentar, euer Feedback oder auch Kritik in den Kommentaren da 🙂 Ich freue mich über jeden Input und jeden Denkansstoß!

Liebe Grüße, eure Kay.

 

Bildquelle: pixabay.com

23 Kommentare zu „Arbeitest du noch, oder lebst du schon? -Weshalb eine gesunde „Work-Life-Balance“ heutzutage ein Luxusgut ist…

  1. Interessantes Thema liebe Kay,

    ich selbst denke, dass zu arbeiten eine essenziell notwendige Tätigkeit in unserem Leben ist, um ein erfülltes Leben zu führen. Es ist immer eine Frage wie man Arbeit definiert.
    Wenn man Arbeit mit „Leiden“ definiert, dann arbeitet man, um zu Leben. Denn in so einem Fall ist ja die Arbeit ein notwendiges Übel, um überhaupt leben zu können. Das ist meiner Meinung nach eine ganz traurige Einstellung zur Arbeit. Man stigmatisiert automatisch mindestens 1/3 seines Lebens als leiden ab.

    Sieht man aber einen tieferen Sinn in seiner Tätigkeit oder hat eine Arbeit, die einem in ein tiefes Flow versetzt, sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Wenn jemand vollends aufgeht in seiner Arbeit, einen tiefen Sinn spürt und Erfüllung während der Tätigkeit selbst erfährt. Ist dann nicht genau das, dass pure Leben?

    Ich würde an dieser stelle gerne die Geschichte der 3 Maurer erzählen, aber ich bin mir sicher du kennst sie schon. Es hängt meiner Meinung nach wie immer von der eigenen Wahrnehmung ab ob man Arbeit als „Belastung“ empfindet oder als etwas, dass einem erfüllt.

    Außerdem, wenn jemand unzufrieden mit seiner Arbeit ist, hat in unsere Gesellschaft jeder die Möglichkeit etwas neues zu erlernen oder anzugehen. (Wie du ja oben selbst geschrieben hast) Da ist aber meistens das jammern einfacher, als eine Veränderung zu vollziehen.

    Ich bin vollkommen bei dir, dass aktuell vieles in unserer Gesellschaft verändert gehört, vor allem bei unserem Schulsystem. Ich bin aber auch der Meinung, dass unsere Gesellschaft immer gemütlicher wird und immer weniger bereit sind auch manchmal in den sauren Apfel zu beißen, um sich etwas zu verdienen.

    So jetzt hör ich auf bevor ich komplett den Faden verliere 🙂

    Lg Silviu

    http://www.silviu-reghin.com

    1. Ganz genau, lieber Silviu! Ich persönlich könnte, wie gesagt, ohne Arbeit nicht leben, da ich das Gefühl brauche, etwas sinnvolles mit meinen Fähigkeiten zu erschaffen.

      Selbstverständlich kommt es auf die eigene Einstellung an, doch wieviele Menschen gehen tatsächlich einer beruflichen Tätigkeit nach, die sie erfüllt und die sie gerne machen? Und wieviele davon können es sich nicht mal aussuchen?

      Die Frage ist, werden die Menschen wirklich gemütlicher, oder wird ihnen von der Gesellschaft ein beruflicher Umstieg schwer gemacht? Ständig wird uns suggeriert, dass Geld essentiell ist zum Leben. Umso mehr Geld umso glücklicher sollen wir angeblich sein.

      Mit ein Grund weshalb Menschen jahrelang studieren, um einen finanziell lukrativen Beruf zu ergreifen, der ihnen in späterer Folge eventuell überhaupt nicht zusagt. Doch möchte man akzeptieren, dass man seine Lebenszeit bisher mit etwas verschwendet hat, das einen nicht glücklich macht? Oder versucht man dann einfach das Beste daraus zu machen…

      Dieses Thema hat so viele Aspekte, die man diskutieren könnte, aber grundsätzlich denke ich, dass wir da dieselbe Einstellung teilen.

      Liebe Grüße und Danke für deinen wieder sehr konstruktiven Kommentar! 🙂

  2. liebe Kay, du triffst den Nagel mal wieder auf den Kopf! ich habe früher buchstäblich für meinen Job gelebt – bis ich gemerkt oder vielmehr gespürt habe, dass es auch ein Leben außerhalb der Arbeit gibt!
    natürlich ist es am besten, wenn man seinen Beruf so gerne ausübt, dass man viel Zeit damit verbringen kann und mag, aber dennoch sollte das Privatleben nicht zu kurz kommen … das verstehen die Lieben sonst irgendwann auch nicht mehr 😉
    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    1. Stimmt da hast du recht, Tina! Mir kam dann noch der Gedanke wie es wohl ist, wenn man Hobby zum Beruf macht. Liebt man dieses dann immer noch so sehr oder wird es irgendwann zur lästigen Verpflichtung? Vielleicht ist es gut, einen Beruf auszuüben den man gerne macht, aber nicht liebt. So bleibt die Leidenschaft für das Hobby immer etwas Besonderes 🙂

      Liebe Grüße!

  3. Ich finde 9 to 5 Jobs absolut in Ordnung, ABER wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich immer für die Joboption entscheiden die Gleitzeit und Home Office anbietet oder sogar nur 35, oder 38 Stunden Pro Woche im Vertrag stehen hat.
    Für mich ist dass der eigentliche Luxus und nicht das Geschäftshandy oder der Firmenwagen. Ich will von meinem Job gut leben können, aber eben nicht nur „überleben“. Ich will mit 45 nicht zurück blicken und feststellen, dass ich nur gearbeitet habe und alles verpasst habe, weil ich keine Zeit dafür hatte. Das wäre für mich wirklich ein Horrorszenario.

    Aber ich sehe das optimistisch, aktuell ändert sich ja sehr viel und wir haben mehr Möglichkeiten den je. Ich bin gespannt wo ich nach dem Studium tatsächlich landen werde und wie es da abläuft 😀

    Liebe Grüße Anni von https://hydrogenperoxid.net

    1. Keine Frage, 9 to 5 Jobs sind völlig legitim und Viele genießen diese Arbeitszeiten sogar, sie haben beispielsweise keine Nacht- oder Wochenenddienste, so wie ich. Es hat eben alles Vor – und Nachteile 😉 . Wie du richtig sagst, es kommt eben darauf an, ob man das was man tut gerne macht und das Wichtigste ist auch für mich, dass ich später nicht denke, meine Zeit verschwendet zu haben 🙂

      Dann wünsche ich dir für deinen Weg nach dem Studium auf jeden Fall nur das Beste und dass du mit deinem Job glücklich wirst 🙂

      Liebe Grüße, Kay
      http://www.twistheadcats.com

  4. INteressantes Thema. Wie man das ganze handhaben möchte, liegt letztlich in jedermanns Hand. ich hatte bis vor Kurzem auch noch einen Job der mich total ausgelaugt hat. Ich war unter dauerstrom. Dabei war meine Arbeit nicht besonders anspruchsvoll – genau da lag aber auch der Knackpunkt.
    Drum nahm ich die Zügel wieder selbst in die Hand und hab mich auf Jobsuche begeben. Und ich kann mit Stolz sagen, es gibt wenig was mich glücklicher gemacht hat, als diese Kündigung auf den Tisch zu legen.
    Mein neuer Job passt nun wesentlich besser zu mir und meinen Fähigkeiten. Ich bin innerlich entspannter und kann auch endlich wieder bewusst abschalten. ich hab dazu auch noch die Möglichkeit mir meine Zeit besser einzuteilen. Eine Art Vertrauens-Gleitzeit-Model. Wenn ich also morgens um 7 auf der Arbeit bin, kann ich auch mal um 2 uhr wieder gehen und so den Tag genießen. Shoppen, spazieren, whatever. Das macht schon eine Menge aus.
    Liebe Grüße,
    Tama <3

    1. Das klingt ja toll, liebe Tama! Freut mich zu lesen, dass du den Mut zur Veränderung hattest!
      Es ist nunmal so, dass sich unsere Bedürfnisse im Laufe der Zeit ändern und beispielsweise ein Job plötzlich nicht mehr zu uns passt.
      Dann ist es wichtig, dies zu erkennen und so wie du den Schritt zu wagen, etwas Neues zu beginnen 🙂

      Weiterhin viel Freude mit deiner neuen Arbeit!

  5. Ich bin in der absolut privilegierten Lage, genau DAS zu arbeiten, das ich wirklich gerne mache – ich bin 30 Stunden pro Woche in einer Werbeagentur und betreue zum Glück richtig interessante Projekte und Kunden… Den Rest der Woche darf ich mich um meinen Blog kümmern.
    Ich glaube, dass sich die Einstellung zum Job generell sehr geändert hat bzw. wir momentan einfach so viel mehr Möglichkeiten haben als früher… Es ist viel einfach geworden, das zu tun, was man wirklich liebt… Und ich hoffe, das bleibt auch so!

    Alles Liebe, Katii – Süchtig nach…

    1. Super, Katii! Schön, dass du in deiner Arbeit so aufgehst und glücklich bist! Das ist doch wünschenswert für Jedermann/Jederfrau 😉

      Liebe Grüße und noch einen schönen Donnerstag!

  6. Ich kenne das nur zu gut. Lange zeit habe ich nur für meinen Job gelebt, erst spät habe ich bemerkt, dass mein Privatleben eigentlich viel zu kurz kommt. Ich wünsche jedem, dass er einen Job findet den er wirklich gerne macht und somit auch gerne die Zeit dort verbringt, aktuell ist das bei mir leider nicht der Fall, bin aber schon am umschauen 🙂 Denn wenn das der Fall ist ist die ein oder andere Überstunde auch nur halb so wild und man sitzt nicht in der Freizeit da und denkt sich „Oh nein ich muss morgen wieder auf Arbeit“. Zudem finde ich Arbeitszeitmodelle mit flexiblen Arbeitszeiten toll, da kann man dann wirklich alles aneinander anpassen.

    1. Das wünsche ich auch jedem, Carry. Schön, dass du den Mut zur Veränderung hast, weil du merkst es ist nicht ganz das richtige. Das ist auch total wichtig, finde ich.

      Danke für deinen Kommentar! Liebe Grüße!

  7. Ich finde das Thema super gut beleuchtet. Ich habe gemerkt, dass ich auf jeden Fall teilweise auch einen Job brauche, für den ich nicht „brenne“, um einfach die nötige Distanz zu haben und eben auch ohne Probleme „Feierabend“ machen zu können, allerdings bin ich froh auch meinen Blog noch nebenher zu haben. Die „Arbeit“ daran macht mir riesig Spaß. Da fällt aber manchmal der Feierabend schon schwerer, deswegen muss ich immer gut auf eine Work-Life-Balance achten.

    LG
    Steph

    1. Steph, da bin ich ganz genauso! Weil ich eben für mein Hobby das Bloggen sehrwohl brenne, fällt es mir schwer, dort Pausen einzulegen. Da muss ich mich meist bewusst daran erinnern 🙂 LG

  8. Liebe Kay,
    ich liebe meine Arbeit und meine Hobbys und brenne für alle meine Tätigkeiten. Hatte noch nie das Gefühl auszubrennen. Allerdings haben sich manche Dinge irgendwann einfach erledigt. Wenn ich dann aus „Pflichtgefühl“ daran kleben bleibe, dann tut mir das nicht gut. Also weg damit.
    Alles Liebe
    Annette

  9. Liebe Kay,
    ja, das ist so eine Sache … bei meinem Job sind beide Seiten vorhanden …einerseits mache ich meinen Job gerne … aber andererseits ist auch immer ein wahnsinnger Druck dahinter genügend Geld zu verdienen. Als Selbständige arbeite ich wesentlich mehr als ich als angestellter Geschäftsführer (und das war auch kein 9 to 5 Job) gearbeitet habe … und verdiene weniger. Was die Schule betrifft, finde ich das System absoluten Wahnsinn … meine Kleine hat gerade erst die 1. Klasse hinter sich gebracht und ist schon vollkommen in diesem Leistungsdruck drinnen. Da ist definitiv kein Platz für Individualität und auch wenn man es möchte, kann man sein Kind nicht aus diesem Wahnsinn „raushalten“ … leider!
    Liebe Grüße
    Verena

    1. Ja es hat alles seine Vor – und Nachteile. Solange du dennoch gerne machst, was du tust, bist du aber bestimmt auf dem richtigen Weg. Geld alleine macht eben tatsächlich nicht glücklich.
      Ja ich diskutiere das oft mit meiner Schwester, die sich langsam Gedanken darüber macht, wie die Schulzeit für ihr Kind aussehen wird und ich fürchte es wird wohl so enden wie bei deiner Kleinen, wenn sich nicht bald etwas an diesem verrückten System ändert. :/

      Liebe Grüße!

  10. Ich persönlich glaube es kommt drauf an wo ich im Leben stehe.
    28 Jahre, Teilzeitjob, keine Verpflichtungen, keine Familie, Mietwohnung, kein Besitz, vielleicht nicht mal ein Auto weil man das in der Stadt eh nicht braucht – dann schreiben sich diese Zeilen leicht. Das kannte ich auch 😉
    Anders ist es wenn man eine Familie zu ernähren hat, ein Haus/Wohnung abbezahlen muss, oder wie in meinem Fall restaurieren, zur Arbeit pendelt und natürlich die Katzen nicht den allerletzten Ranz fressen sollen sondern schon das Natur+ Zeugs – dafür braucht man Geld, und Geld gibt’s durch Arbeit, wodurch man wiederum so „lebt“ wie es für einen passt bzw. für die Katzen mit Freigang passt.
    Als Mitglied der „Generation Y“ arbeite ich auch gerne in einem Berufsfeld mit „Sinn“ aka Sozialbereich – muss allerdings sagen, dass unsere Generation ein Haufen verweichlichter Möchtegernrevoluzzer sind, denen immer gesagt wurde wie speziell sie sind und am Liebsten wären alle Superhelden ohne Verpflichtungen weil das ist ja Scheiße. Manchmal kommt mir da schon das Kotzen wenn die Armen die Kohle ihrer Eltern verprassen oder „irgendwas mit Medien“ machen und nein, nicht jeder kann das machen was er gerne machen würde, viele müssen in die Realität reinbeißen und Geld verdienen. Dafür lebt es sich auch gut, mit dem SUV in der Garage, den feinen Anzügen im Schrank, den schicken Schuhen und einem teuren Hobby – da fällt mir auf, irgendwas mache ich wohl falsch…
    Das Schulsystem lass ich jetzt mal außen vor, weil das mMn hier gar nicht hinpasst und zuviel vermischt wird.

    Abschließend zitiere ich immer gerne Bettina Stomper-Rosam, „Wenn man zu sehr reinhackelt, hat man irgendwann die Schnauze voll.“ 😉

    cin cin,
    stäph

    1. Stimmt, Stäph, man kann es sich nicht immer aussuchen. Wenn man es aber kann, sollte man dieses Privileg nutzen und meist gibt es immer einen Weg, einer Tätigkeit nachzugehen, die einem Freude bereitet. Und wenn nicht, dass man zumindest die Balance findet und einen Ausgleich zum harten Arbeitsleben schafft. Hauptsache ist, dass man glücklich ist mit seinem Leben, wie auch immer man es führt.
      Auch ich selbst möchte einen gewissen Lebensstandard aufrechterhalten, meinen Tieren und auch mir selbst zuliebe. Damit ich reisen und etwas von der Welt sehen kann. Damit ich mal etwas außergewöhnliches unternehmen kann, mit meinem Freund. Ansonsten säße ich bereits mit einer eigenen Schafzucht in meinem Cottage am Meer in Irland und würde ein Leben als einsiedlerische Schriftstellerin führen 😀 aber wenn ich irgendwann die Schnauze voll habe, dann verwirkliche ich mir diesen Traum vielleicht einmal 😀

      Danke für deinen Kommentar! Liebe Grüße!

  11. Ein tolles Thema! 🙂
    Ich denke, wir können uns mega glücklich schätzen, wenn wir unser Hobby zum Beruf gemacht haben. Das bedeutet sehr viel! Leider würde ich sagen, arbeiten die meisten um zu leben… Auch ich gehöre dazu. Ich könnte noch viel mehr schreiben, aber dann würde der Text wohl zu lang…

    Liebe Grüße
    Julia

    https://www.fashion-stoff.de/

  12. Sehr schöner Beitrag und ein sehr aktuelles Thema! Vieles wird von der Gesellschaft auf eine bestimmte Art und Weise vorgelebt, die nicht unbedingt richtig sein muss. Es ist gut, die Dinge und Strukturen zu hinterfragen, vor allem weil wir in einer Gesellschaft voller Leistungsdruck leben.

    Liebe Grüße,
    Lina von https://www.petitchapeau.de/

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