Was es bedeutet, ein „Brainfucker“ zu sein…

Brainfucker

Was ist eigentlich ein „Brainfucker“?


Tatsächlich habe ich auf Google recherchiert, was das Internet so zum Thema „Brainfuck“ ausspuckt.

Fazit: Brainfuck ist ursprünglich die Bezeichnung einer Computersoftware.

Nun, ihr könnt euch vorstellen, dass diese Beschreibung eher nicht der Bedeutung dieses Wortes, wie ich sie verstehe, entspricht. 😉

Zum ersten Mal wurde ich von meinem besten Freund als „Brainfucker“ bezeichnet, als ich wieder einmal ein Thema bis ins kleinste Detail zerpflückte, es übertrieben kritisch, aus sämtlichen Blickwinkeln die mir einfielen, betrachtete und schlichtweg einfach… zerdachte. Ich habe mir also so lange den Kopf über etwas zerbrochen, dass sich mir der eigentliche Sinn der Sache letztendlich entzog. Worum genau es damals ging, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr.

Aber da ich das eigentlich immer tue, dieses „Zerdenken“, wurde ich noch unzählige weitere Male als „Brainfucker“ betitelt und irgendwann nahm ich diese Bezeichnung auch gerne für mich an, denn ich musste mir eingestehen… es ist einfach treffend.


Weshalb „brainfucken“ wichtig ist…


Ich f**** also mein Gehirn. Klingt erstmal hart, aber es ist nunmal so. Ich tue das ständig. Zugegebenermaßen, oftmals unnötigerweise, was unglaublich anstrengend sein kann. Das sind dann diese klassischen „nachts nicht einschlafen können“ – Momente, in denen einem die eigenen Gedanken den Schlaf rauben.

Oft hat mich dieses „Hirngeficke“ aber auch weitergebracht. Indem ich mir nicht die Ansichten Anderer blind aufzwingen lasse und mir meine Meinung durch das Beleuchten einer Situation aus verschiedenen Perspektiven selbst bilde, wurde ich vor so manch unangenehmer Situation, ja ich möchte sogar sagen, vor so manchem Fehler bewahrt.

Und ich habe dadurch unheimlich viel über mich selbst gelernt.

Brainfucking setzt nämlich voraus, dass man sich Gedanken über sich selbst macht. Ob man will oder nicht. Und man lernt sich selbst verdammt gut kennen. Mit allen Ecken und Kanten. Dann gibt es kein Verstecken kleinerer Makel mehr. Dann gibt es auch kein „immer nur die positiven Seiten hervorheben“. Nur wenn man wirklich ehrlich zu sich ist, sich gut kennt und aufrichtiges kritisches Denken gelernt hat, ERST DANN kann man sich auch eine eigene Meinung bilden. Das erfordert viel Mut und Kraft, aber es lohnt sich.

Denn:


Nur wenn man sich selbst nahe ist, kann man auch Nähe zulassen.


Einigen von euch sträuben sich jetzt vermutlich ebenfalls die Nackenhaare beim Gedanken daran, Andere nahe an sich heranzulassen. Damit meine ich gar nicht körperlich. Geistige Nähe reicht oftmals schon aus, um Unbehagen in einem selbst auszulösen.

Glaubt mir, ich kann das verstehen. Ich bin seit jeher sehr introvertiert und ich war selbst der gefühlskälteste Mensch den ich kenne. Menschlicher Kontakt zu mehr als 2 Personen (und davon war eine schon meine Mutter 😉 ) war mir stets zuwider. Mittlerweile hat sich das geändert…

Allerdings musste auch ich erst lernen, Nähe zuzulassen und glaubt mir, das war ein langer und oftmals sehr steiniger Weg…. Aber davon habe ich euch in meinem Beitrag „Der Liebes-Grinch“ – Warum es so wichtig ist, Gefühle zuzulassen. bereits berichtet.

Ob es gut ist, dass sich dieser Zustand geändert hat? Auf jeden Fall!

Denn gerade als introvertierter Mensch neigt man dazu, sich in sein Schneckenhaus zurückzuziehen und dann kann „brainfucking“ auf Dauer dazu führen, dass man sich auf einen gewissen Blickwinkel versteift, weil man die weiteren Optionen aus den Augen verliert. Wenn man sich der Welt aber ein wenig öffnet und zulässt, dass andere Menschen einem nahe kommen, profitiert man von neuen Denkanstößen, die sich einem eröffnen und man entwickelt sich selbst weiter.



Dadurch wurde mein persönliches „Brainfucking“ von einem eigenbrödlerischen Denken zu einem umfassenden Konstrukt an Sichtweisen auf bestimmte Abläufe in der Welt. Und so entstand letztlich auch mein Blog, da ich selbst viel achtsamer wurde und bewusster durchs Leben ging. Ich werde mein Gedankenkarussel niemals stoppen können, aber das ist auch gut so. So bleibe ich unabhängig und frei. 

Und vor Allem um die Inhalte meines Blog verstehen zu können ist es jetzt erst einmal wichtig, zu wissen, was ein „Brainfucker“ nach meiner Auslegung ist und warum es in meinen Augen gut ist, einer zu sein.




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Mein Appell an Euch:


Brainfuckt alle mal ein bisschen mehr! Es wird euch weiterbringen. Persönlich und im Leben. Versprochen!

Liebe Grüße, eure Kay.

Kennt ihr dieses „Zerdenken“ auch? Versucht ihr euer Gedankenkarussel zu stoppen, oder denkt ihr eure Überlegungen stets zu Ende? Lasst mir dazu gerne einen Kommentar da 🙂

 

Bildquelle Titelbild: pixabay.com

23 Kommentare zu „Was es bedeutet, ein „Brainfucker“ zu sein…

  1. Liebe Kay,

    ein toller Artikel. Natürlich ist es auch gut, vieles zu überdenken oder auch zu zerdenken. Aber auch das sollte man denke ich mit Vorsicht genießen.

    Mach weiter so!
    Alles Liebe,
    Miss Lisbeth.

    1. Ja ich denke auch. Extreme sind immer riskant 🙂 Freut mich dass dir mein Beitrag gefällt und danke für deinen Kommentar! 🙂 LG

  2. Und schon wieder was gelernt. Ich bin auch der Typ Mensch, der alles bis ins letzte Detail durchdenken muss, immer und immer wieder. Nur wusste ich bisher nicht, dass es dafür diesen Ausdruck gibt. Ich habe mich mittlerweile auch so akzeptiert, wie ich bin und konzentriere mich auf die Vorteile, die das mit sich bringt. LG Kerstin

    1. Ich hätte selbst auch keine Bezeichnung dafür gefunden, aber meinem Kumpel sei Dank gibt es für mich nun eine Bezeichnung für dieses Phänomen 😉 Ja mir geht’s genauso wie dir, ich versuche das Beste daraus zu machen! Dir noch einen schönen Abend und danke für deinen Kommentar, Kerstin! 🙂

  3. Den Begriff kannte ich noch nicht, allerdings gefällt er mir ausgesprochen gut, denn ich hab direkt eigene Verhaltensmuster wiedererkannt in deiner Beschreibung. Jetzt habe ich wenigstens ein Wort für das, was ich da regelmäßig veranstalte 😀

    1. Haha, Anika, so ging es mir damals auch! Schon befreiend, wenn man mal einen Ausdruck für eine bestimmte Eigenheit hat😂 (auch wenn sie mir im ersten Moment nicht gerade schmeichelhaft erschien😉)

      Liebe Grüße!

  4. Hallo Liebes,
    ich darf meine Gedanken nie beenden, wenn ich noch nicht fertig bin. Sonst holt es mich im Schlaf wieder ein. Da kann ich auch gleich lange und intensiv nachdenken. Und mir tut es gut. Ich brauche es, um mit etwas abschließen zu können.

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

  5. Den Begriff kannte ich bisher noch nicht. Im ersten Moment hätte ich ihn übrigens auf andere bezogen, also wie andere durch ihre negativen Aussagen mein Hirn f****n. Haha.
    Tatsächlich habe ich mich in einigen deiner Aussagen wiedererkannt. Gut, nun einen Begriff dafür zu haben, wobei ich mich schon gebessert habe. Nur ab und zu falle ich noch in meine alten Verhaltensmuster …
    Wieder ein wirklich interessanter Beitrag! Danke dir dafür! ❤
    Liebe Grüße
    Julie von julie-en-voyage.com

    1. Haha ja es ist ein hartes Wort, das, ohne den Zusammenhang zu kennen, missverstanden werden könnte 🙂
      Ich freue mich, dass dir mein Beitrag gefällt! Wie gesagt, Brainfucking ist nichts schlimmes, wenn man lernt es zu kontrollieren. Ich finde es sogar eine total wichtige Eigenschaft 🙂 Also bewahre sie dir ruhig ein bisschen 😉

      Liebe Grüße und noch einen schönen Tag!

    1. Na dann willkommen im Club 😀 Solange man sich nicht ununterbrochen den Kopf über Kleinigkeiten zerbricht, hat es durchaus Vorzüge ein nachdenklicher Mensch zu sein 😉

      Liebe Grüße und dir einen tollen Start in die Woche, liebe Sarah!

  6. Davon kann sich glaube ich niemand freisprechen gelegentlich ein „Brainfucker“ zu sein (sorry das Wort gefällt mir überhaupt nicht), es sei denn, man gehört zu der Sorte Mensch, denen eh alles am A….Du weißt schon;-) Viele Grüße Birgit

    1. Ich mochte das Wort anfangs auch nicht 😀 Aber jetzt habe ich mich damit angefreundet 😉 Och, von diesen Menschen, denen alles egal ist und die blind irgendwelchen Vorgaben folgen, kenne ich leider genug 🙂 Allerdings ist doch deutlich zu erkennen, dass in meinem Freundeskreis ausschließlich Menschen sind, die ähnlich ticken, wie ich. Ich denke sonst würde ich auf Dauer nicht mit diesen Leuten klarkommen 🙂

      Liebe Grüße!

  7. Mit dem Brainfuck hätte ich zwar nun eher erst diese typischen, verwirrenden Bilder auf dem Internet gleichgesetzt, die oft ein a-typisches, verwirrendes Ende haben. Aber grundsätzlich stimme ich dir mit dem Apell, einfach sich mal selber etwas im Gehirn zu challengen und kontrovers nachzudenken durchaus zu.

    Anfang des Jahres hatte ich diese Phase und habe mal über viele Aspekte in meinem Leben nachgedacht und habe auch für mich neue Leidenschaften und Ziele „festgelegt“ bzw. priorisiert und gehe nun häufig etwas entspannter durchs leben.
    Daher Daumen hoch zu diesem Artikel 😉

    Besten Gruß
    Henrik von Fernweh-Koch
    Fernweh-Koch bei Pinterest

    1. Danke für dein nettes Feedback Henrik 🙂 Schön, dass du dir neue Ziele gesetzt hast, ich wünsche dir viel Erfolg dabei, sie zu erreichen! 🙂

      Liebe Grüße!

  8. Ich bin ja mehr in der spirituellen Szene unterwegs wo der Mindf*ck das Ego ist.
    Aber die Sache mit dem Liebes Grinch lese ich nochmal nach. Da kenne ich auch jemanden 😉. Lieben Gruss Claudia

    1. Naja auch in meinem Verständnis lässt sich der Begriff gut mit dem „Ego“ im spirituellen Sinne verknüpfen, denke ich 😀

      Dann wünsche ich dir viel Spaß beim Lesen, ich bin gespannt, ob du Parallelen zu deiner/m Bekannten entdeckst 😉

      Liebe Grüße, hab eine tolle Woche!

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