#letstalkaboutit Teil 3 – Was wir Alle von Menschen mit Behinderung lernen können!

Tabuthema Behinderung

Tabuthema Behinderung?

“Ich arbeite als Behindertenbetreuerin.” – “Was, ehrlich? Das finde ich ja total bewundernswert, ich könnte das ja so gar nicht!”

Wenn alle SozialbetreuerInnen jedes Mal, wenn sie diesen Satz hören, einen Euro bekommen würden, wären wir wohl Alle ziemlich reich.

Nein, auch ich hätte wahrlich nicht gedacht, dass ich beruflich irgendwann einmal in diesem Bereich landen würde.
Zumal ich ja bekanntlich mit Kindern eher wenig anfangen kann (Warum es okay ist, wenn man keine Kinder haben möchte.) und auch sonst nicht gerade der “sozialste” Mensch bin.

Damit meine ich, dass ich anderen Personen gegenüber beim Kennenlernen meist skeptisch und nicht besonders offen bin. Ich würde mich allgemein eher als “Einzelgängerin” bezeichnen. Das soll nicht heißen, dass ich keine Freunde habe, ich hege und pflege meine sozialen Kontakte (wenn sie es denn mal in meinen “Kreis des Vertrauens” geschafft haben 😉 ) mit Hingabe und da kann ich durchaus ein adäquates Sozialverhalten an den Tag legen…

Dass ich aber beruflich im Sozialbereich gelandet bin, geschah über Umwege.

Ich hatte, nach einem Jahr der Orientierungslosigkeit, nach meiner Matura die Chance bekommen, ein Praktikum in einer Wohneinrichtung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu absolvieren. Schnell zeigte sich, dass ich überraschenderweise so etwas wie „Talent“ (falls man das denn so nennen kann 😀 ) im Umgang mit Menschen mit Unterstützungsbedarf hatte. Die Geduld und das Einfühlungsvermögen, das mir sonst im Alltag fehlte, war auf einmal einfach da und ich hatte richtig Spaß an meiner Arbeit. Aus dem Praktikum wurde schließlich ein Freiwilliges Soziales Jahr (vereinfacht ausgedrückt ist das so etwas wie der Zivildienst für Frauen 😉 ) und letzten Endes eine nunmehr über 7 Jahre währende Festanstellung.

„Im Behindertenbereich arbeiten nur `Gutmenschen`!“

Auch heute noch sehe ich mich keinesfalls als “Gutmensch”, weil ich im Behindertenbereich tätig bin. Ich verhalte mich privat, gerade als Liebhaberin des schwarzen Humors, wirklich nicht immer 100%ig korrekt und ich habe auch kein “Mitleid” mit meinen KlientInnen (ja so werden in unserem Metier die Menschen genannt, welche wir betreuen. Fragt mich bitte nicht, wer sich diese Bezeichnung ausgedacht hat, man könnte meinen, wir würden in einer Anwaltskanzlei arbeiten 😉 ).

Überhaupt kann ich diese selbsternannten „Gutmenschen“ gar nicht leiden, die mit behinderten Menschen arbeiten wollen, um ihr persönliches Karmalevel möglichst hoch zu halten und sich im Ansehen und der Bewunderung, welche ihnen ihr Umfeld angesichts ihrer Tätigkeit entgegenbringt, regelrecht “aalen”…

Natürlich gibt es Schicksale, die auch mich berühren. Wenn eine junge Frau nach einem Autounfall plötzlich mit einer Querschnittslähmung im Rollstuhl landet, oder jemand als Folge eines Schlaganfalls eine geistige Beeinträchtigung davonträgt.

Aber in meinen Augen sind und bleiben sie Alle gleichwertige Menschen. Ich behandle sie nicht anders, als „Nicht-Behinderte“. Ich versuche immer authentisch zu bleiben, meinen KlientInnen Raum zur persönlichen Entfaltung zu geben und sie dabei zu unterstützen, ihre vorhandenen Ressourcen zu nutzen. Das soll bedeuten, ich nehme ihnen Nichts ab, was sie selbst können (dazu tendieren viele Leute ja ganz gerne – sie unterschätzen Menschen mit Behinderung und übernehmen selbst die einfachsten Tätigkeiten für diese, weil sie denken “das kann er/sie ohnehin nicht”).

Doch auch ich muss zugeben, dass mein Beruf mich verändert hat. Ich sehe die Welt mit anderen Augen. Ich habe gelernt, dankbarer und achtsamer zu sein, bin geduldiger und offener geworden. Das Alles sind Eigenschaften, die ich von meinen KlientInnen gelernt habe.

Behinderung TwistheadCats

Warum aber ist Behinderung auch heute noch ein so großes Tabuthema in unserer Gesellschaft? Schließlich kann sie jeden von uns treffen.

Viele Institutionen im Behindertenbereich jonglieren mit vorbildlichen Ausdrücken wie “Inklusion” herum. Dabei wäre das erst der nächste Schritt nach der “Integration” und von dieser, liebe Herrschaften, sind wir noch weit entfernt.

Dass es für die Meisten von uns nach wie vor ungewohnt ist, einen Menschen mit besonderen Bedürfnissen in der Öffentlichkeit anzutreffen, liegt wohl hauptsächlich daran, wie in der Vergangenheit mit Behinderung umgegangen wurde. Menschen mit Behinderung wurden weggesperrt, versteckt und viele vor Allem im zweiten Weltkrieg sogar euthanasiert.

Und auch wenn das heute niemand mehr hören möchte:  Dass Behinderung nach wie vor ein Tabuthema ist, hat viel mit unserer Geschichte zu tun.

Um Eines mal klarzustellen:

Nein, nicht Jede/r muss mit Menschen mit Behinderung klarkommen. Aber es muss auch nicht jeder mit „nichtbehinderten“ Menschen klarkommen.

Niemand braucht ein schlechtes Gewissen haben, wenn man in der U-Bahn einen Menschen mit Tourette Syndrom kurzzeitig komisch ansieht. Eine solche Reaktion ist ja schließlich ganz normal. Auch ich als Behindertenbetreuerin (jetzt werde ich bestimmt von den oben erwähnten „Gutmenschen-BetreuerInnen“ gelyncht, weil man sowas ja nicht sagen darf!) schaue immer noch hin, wenn ein lautierender Rollstuhlfahrer an mir vorbeifährt. Das ist eben ein Reflex. So wie ich Frauen mit schlecht aufgetragenem Make-Up, oder den randalierenden Jugendlichen am Bahnhof ansehe.

Und verdammt nochmal JA, es darf einem auch ruhig mal „grausen“, wenn jemand beispielsweise übermäßig viel Speichel absondert. Auch ich stoße hin und wieder an meine Ekelgrenze!

Machen wir uns wegen solchen Sachen doch einfach mal nicht unnötig ins Hemd. Wir sind alle nur Menschen.

Ich verlange auch nicht, dass sich jetzt Jede/r einen Behinderten schnappen und mit ihm auf „best friend“ machen soll, um sich hier nicht angegriffen zu fühlen. Nein, um Gottes Willen!

Ich meide Kinder ja auch, weil ich mir mit ihnen schwer tue und Andere gehen eben Menschen mit Behinderung aus dem Weg.

Dennoch haben Beide ihre Daseinsberechtigung in unserer Gesellschaft, findet ihr nicht?

Integration Behinderung

Wie aber kann man den Leuten die Scheu vor Menschen mit Behinderung nehmen?

Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich darüber nachdachte, diesen Beitrag zu schreiben. Klar, da steht noch ein jahrzehntelanger Prozess bevor, bis auch nur annähernd an Normalisierung gedacht werden kann. ABER, wie kann ich hier und heute einen ersten kleinen Beitrag dazu leisten, zumindest die LeserInnen meines Blogs, welche sich bisher wenig bis gar nicht mit diesem Tabuthema auseinandergesetzt haben, ein wenig “aufzuklären”?

Und dann war die Antwort eigentlich ganz einfach:

Wenn man vor etwas Angst hat, muss man dessen positive Seiten hervorkehren, damit Alles ein wenig greifbarer und dadurch weniger unheimlich wird.

Es muss ein Umdenken in den Köpfen der Menschen passieren. Nur so kann Integration funktionieren, denn die Umsetzung derselben, LIEGT IN UNSER ALLER VERANTWORTUNG. 

Und wenn wir uns dann einmal an die Anwesenheit von Menschen mit Behinderung in unserer Mitte „gewöhnt“ haben, ist es vielleicht irgendwann ganz normal, dass ein Mädchen mit Trisomie 21 in der Schulklasse mit dem eigenen Kind sitzt. Irgendwann ist es dann vielleicht ganz normal, dass der Mann mit Halbseitenlähmung im Supermarkt mithilft, die Regale einzuräumen.
Irgendwann ist es ganz normal, dass der schwerstbehinderte Rollstuhlfahrer ein Festival besucht und zur Musik lautiert.

Doch wie schafft man nun ein solches Umdenken? Eine „Gewöhnung“? Eine NORMALISIERUNG? Und im letzten Schritt schließlich eine Integration?

Ganz einfach, indem der Gesellschaft die Scheu vor Menschen mit Behinderungen genommen wird, weil sie diese mit anderen Augen sehen. Indem sie nicht nur den/die „Behinderte/n“ sehen, sondern den Menschen, der dahinter steckt.

Und hier sind wir beim eigentlichen Punkt angekommen:

WAS WIR ALLE VON MMB LERNEN KÖNNEN!

Geduld und das Zurechtkommen mit Veränderungen

Nach wie vor ist es so, dass Menschen mit Behinderung in Wohngemeinschaften zusammenleben. Und ganz ehrlich, nur weil man selbst eine Behinderung hat, heißt das noch lange nicht, dass man automatisch mit anderen „Behinderten“ zurechtkommen, oder diese überhaupt mögen muss. Manche sind einem vielleicht unsympathisch, oder nerven einen ganz einfach.

Stellt euch vor, ihr seid 24 Stunden am Tag immer von denselben Menschen umgeben. Ihr habt euch eure MitbewohnerInnen nicht selbst ausgesucht und so gut wie keine Rückzugsmöglichkeit. Außerdem wechselt ständig das Betreuungspersonal, ihr verliert immer wieder aufs Neue Bezugspersonen und müsst fremde Menschen in euer Leben integrieren.

Wenn Menschen mit Behinderung also eines haben, dann ist es Geduld. Und die Fähigkeit, sich an Veränderungen anzupassen. 

Kommunikation klappt auch ohne verbale Sprache.

Wie bereits erwähnt, ist es oftmals üblich, dass Menschen mit Behinderung in Wohngemeinschaften leben. Dort hat natürlich nicht jede/r KlientIn dieselbe Form der Behinderung. Und dennoch verstehen sie sich untereinander. Auch wenn Einige von ihnen nicht verbal kommunizieren, treten sie mit ihren Mitmenschen in Interaktion, sei es mittels Gebärden oder Gesten oder Lauten, etc. Und sie werden umgekehrt auch verstanden.

Während wir manchmal etwas Zeit brauchen, um uns an neue Kommunikationsformen zu gewöhnen, sind nonverbal kommunizierende Menschen wahre MeisterInnen dieser Kunst, denn sie haben im Laufe ihres Lebens gelernt, sich immer wieder an ihr Umfeld anzupassen und mit jedem Menschen eine eigene Kommunikationsmöglichkeit zu finden.

Ich persönlich habe durch diese Erfahrung definitiv gelernt, dass Menschen keine verbale Sprache brauchen, um sich verständigen zu können. Was sie brauchen ist Empathie, Aufmerksamkeit und Geduld.

Emotionale und soziale Intelligenz

Wenn wir schon bei Empathie sind… Einfühlungsvermögen ist etwas, was vielen Menschen in unserer Gesellschaft heutzutage abhanden gekommen ist. Denn um sich in jemanden hineinfühlen zu können, muss man Zeit aufwenden und sich mit der anderen Person auseinandersetzten. Und diese Zeit haben wir heute oftmals einfach nicht. Oder besser gesagt, wir nehmen sie uns nicht.

Menschen mit Handicap haben oftmals keine andere Wahl, als sich mit ihrem Umfeld bewusst auseinanderzusetzen. 

Jeder einzelne Klient mit dem ich bisher arbeiten durfte, besitzt eine unglaubliche emotionale und soziale Intelligenz. Dies zeigt sich auch in der Kommunikation untereinander, denn auch dafür bedarf es großer Empathie.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen mit Behinderung meistens intuitiv richtig handeln, in Situationen, wo die Meisten von uns sich zuvor stundenlang den Kopf zerbrechen und durch ihr Vernunftdenken erst wieder falsch reagieren würden.

Dies liegt bestimmt auch daran, dass sie nicht, wie wir, in der Schule zu logischem Denken erzogen wurden. Sie hören dadurch viel Öfter auf ihr Herz als auf ihren Verstand. Und das ist ebenfalls etwas, was ich in meinem Beruf gelernt habe: Einfach mal aufs Bauchgefühl vertrauen!

Lebensfreude

Es gibt zweifellos viele Menschen mit Behinderung, die sich Gedanken über ihr Schicksal machen und auch darüber nachdenken, wie ihr Leben wohl ohne die jeweilige Beeinträchtigung verlaufen wäre.

Depression ist auch im Behindertenbereich ein großes Thema. 

Dennoch habe ich in meinen Berufsjahren viele KlientInnen kennengelernt, die eine unglaubliche Stärke und Lebensfreude an den Tag legen.

Die niemals verzweifeln und eine grundsätzlich fröhliche Grundstimmung haben. Was nicht an ihrer Behinderung liegt, sondern an der Tatsache, dass sie ganz einfach gewöhnt sind, das Beste aus jedem einzelnen Tag und aus ihrem Leben zu machen. Sie schätzen die kleinen Dinge und stecken nicht wegen Kleinigkeiten den Kopf in den Sand.

Und auch ich habe gelernt, mich nicht mehr wegen jedem Blödsinn aufzuregen. Wenn der Klient mit Tetraparese sich die Stimmung nicht versauen lässt, weil er ein Restaurant aufgrund mangelnder Barrierefreiheit mit seinem Rollstuhl nicht betreten kann, werde ich mich von einem Strafzettel am Auto oder Regenwetter bestimmt nicht den Tag vermiesen lassen.

 

Rollstuhl Behinderung

Wie soll ich mich Menschen mit besonderen Bedürfnissen gegenüber verhalten?

Zuallererst: Es gibt grundsätzlich kein „richtig“ oder „falsch“. Denn sie sind Menschen wie du und ich,  mit Gefühlen und Gedanken und eigenständigen Persönlichkeiten. Das müsst ihr euch bewusst machen!

Dennoch haben mich meine Erfahrungen und Gespräche mit Betroffenen gelehrt, dass ein paar Tipps durchaus hilfreich sein können, um nicht in ein Fettnäpfchen zu treten.

Die zwei Wichtigsten habe ich hier für euch zusammengefasst:

BITTE VERMEIDET :

Babysprache!

Ich weiß nicht, was zum Geier manche Menschen dazu veranlasst, sofort in den „Babytalk- Modus“ umzuschalten, wenn sie jemandem begegnen, der nicht verbal kommuniziert, ganz egal wie alt das Gegenüber ist.

„Er kann nicht sprechen, also muss er auch geistig eingeschränkt sein“ . – DAS ist ein absoluter TRUGSCHLUSS.

Liebe Leute, ich möchte hier nichts verallgemeinern ABER die meisten KlientInnen, welche nicht mit Worten kommunizieren können, haben NICHT gleichzeitig auch eine geistige Retardierung. Sie können sich vielleicht nicht so ausdrücken, wie ihr es gewohnt seid, aber sie VERSTEHEN , was IHR sagt!

Ich kenne Menschen mit Behinderung, die zwar nicht verbal kommunizieren, aber sogar mehrere Sprachen verstehen können. Damit sind sie Einigen von uns weit voraus, würde ich sagen! Nicht sprechen zu können bedeutet nicht, dass man dumm ist!

(Überdurchschnittlich langes) Anstarren!

Wenn ihr nicht aufhören könnt hinzustarren,  dann habt auch die Eier(stöcke) hinzugehen und ein Gespräch zu beginnen!

FRAGT doch einfach, um welche Behinderung es sich handelt (meistens stehen auch  ganz freundliche Menschen wie ich daneben, welche die Person betreuen und gut kennen und euch bestimmt gerne nähere Auskunft und Tipps im Umgang mit derselben geben ;). 

Und für alle „Karmasüchtigen“: Ja, ihr steigt bestimmt auch in der Anerkennung des betroffenen Menschen und der Betreuungsperson! 😉 (Ich sage das nun aus persönlicher Erfahrung , denn ich habe bis jetzt jedem großen Respekt gezollt, der über seinen Schatten gesprungen und die Konfrontation gewagt hat!) 

Ein guter Rat zum Schluss: 

Der beste Anfang ist immer, darüber nachzudenken, wie ihr selbst behandelt werden wollen würdet, wenn ihr in der jeweiligen Situation wärt.

Und schiebt das Thema nicht mit einem Kopfschütteln wieder weg, denn ein Autounfall,  der irgendeine Form der Einschränkung als Folge nach sich zieht, kann uns Allen passieren und dann möchtet ihr auch nicht isoliert von der Gesellschaft euer Leben fristen oder kommentarlos von Passanten auf der Straße angestarrt werden!

Dann wünscht ihr euch bestimmt, dass die Menschen euch ebenfalls als Menschen sehen und auch so behandeln!

Predigt Ende. 🙂

Liebe Grüße, eure Kay.

PS. An alle „Gutmenschen“ 😉 : Ja, ich weiß, dass ich in diesem Beitrag nicht immer 100%ig korrekte Bezeichnungen gewählt habe! Ich möchte diesen aber vor Allem für Menschen lesbar machen, die sich bisher mit diesem Thema eher wenig auseinandergesetzt haben, also bitte ich an dieser Stelle um Nachsicht!

Weshalb ich im Allgemeinen der Meinung bin, dass wir uns an gewissen Formulierungen nicht aufhängen sollten, lest ihr übrigens im zweiten Teil meiner #letstalkaboutit Reihe: Was darf man heutzutage überhaupt noch sagen?

Wie steht ihr zum Thema „Behinderung“ ? Ist dieses auch in euren Augen nach wie vor ein Tabu oder habt ihr euch schon einmal damit auseinandergesetzt? Teilt mir eure Meinungen und Erfahrungen gerne in den Kommentaren mit! 🙂

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Bildquelle: Pixabay.com

30 Kommentare zu „#letstalkaboutit Teil 3 – Was wir Alle von Menschen mit Behinderung lernen können!

  1. Ein schöner Beitrag und so wichtig! Wir selbst haben 5 Jahre hier in Norwegen in einem Camphill mit psychisch behinderten Menschen gelebt, also wirklich gelebt, den dort lebt man zusammen mit den Menschen in einem Familienhaus. Eine wahnsinnig schöne gebende Zeit, nur schwer sein Privat/Familienleben zu leben, denn auch wenn man frei hatte bewegt man sich im Haus, deshalb war für uns nach 5 Jahren auch mehr wie genug. Das Schöne bei so zusammenleben, irgendwann sieht man die Behinderungen/Einschränkungen nicht mehr so im Vordergrund, sondern sieht wirklich den Menschen. gerade auch für die Kinder war das eine Zeit in der sie soviel gelernt haben über alle die verschieden Menschen. https://weissblaurot.org/was-eltern-kinder-ueber-behinderungen-sagen-sollten/ dort habe ich schon einmal was darüber geschrieben, ist unser Familienblog deutlich älter wie der Reiseblog ;-).
    Unsere Nr.2 macht übrigens auch gerade ein FSJ und das mit knappen 16 und zwar in einem Stift für Menschen mit Demenz, macht dann auch eine Verlängerung und will auch einen Beruf in dieser Richtung wählen. Und ihr wird dort auch ein unglaubliches Talent bescheinigt im Umgang mit den Demenzerkrankten, ich glaube da haben die 5 Jahre im Camphill sehr geprägt.

    Lg aus Norwegen
    Ina

    1. Schön zu lesen, dass Inklusion in Norwegen schon so gut klappt! Das wäre für hier auch wünschenswert, wobei zumindest gute Ansätze wie das „Generationenwohnen“, wo jung und alt zusammenleben, bereits gegeben sind. Im Behindertenbereich gibt es das leider nur ganz selten.

      Oh wie schön, dass ihr das fsj so viel Freude macht, es ist wirklich eine wertvolle Erfahrung fürs Leben! 🙂

      Liebe Grüße, Kay.

      1. Warum kenne ich das noch nicht?! Danke für den Hinweis auf jeden Fall, ich werde das mal recherchieren!

        Nichts desto trotz habe ich den Eindruck gewonnen, dass im Norden die Integration besser klappt, in meiner Zeit in Schweden konnte ich beobachten, dass die Leute dort Themen wie Behinderung viel offener gegenüberstehen…

  2. ein wahnsinnig inspirierender Beitrag meine Liebe! v.a. regt er mal wieder sehr zum Nach- und Überdenken an! v.a. der Aspekt, dass Menschen mit einem Handycap oft über eine größere bzw. wesentlich stärker ausgeprägte emotionale Intelligenz verfügen, ist klasse! und da muss was wahres dran sein … in unserem Stress-Alltag fehlt die uns leider häufig 😉
    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    1. Ja, zumindest nach meiner Erfahrung ist das oftmals so. Klar, kann man nichts Verallgemeinern, da jeder Mensch verschieden ist, aber müsste ich alle Möglichen Facetten zum besseren Verständnis aufzählen, hätte man als LeserIn wohl keine Freude über einen 700 Seiten Text😂
      Schön, dass man auch so versteht, worauf ich hinaus möchte und danke für deinen lieben Kommentar 🙂 LG Kay

  3. Super interessanter Beitrag!
    Ich hatte noch nie irgendwelche Berührungsängste im Umgang mit Behinderten, und finde das jeder Mensch egal ob „normal“ oder mit Behinderung, seine wundervollen und seine seltsamen Seiten hat. Ich habe es oft erlebt das Menschen mit Down-Syndrom unfassbar glücklich sind und viel mehr Glück auf einmal fühlen konnten, als es mir in dem Moment möglich gewesen wäre. Oder dass Leute die im Rollstuhl sitzen einfach ihr Ding durch ziehen, sei es eine bestimmte Sportart die sie angeblich nicht machen können oder eine Weltreise.
    Ich würde mir einfach wünsche, dass wir Behinderte viel mehr in den Alltag integrieren.
    Liebe Grüße
    Luise

  4. Liebe Kay,

    ein großartiger und interessanter Beitrag. Er regt an zum Nachdenken und ganz sicher auch ein wenig zum
    Umdenken. Soviele tolle Ansätze die sicher helfen normaler mit dem Thema umzugehen. Ich glaube man sollte radikaler die Menchen integrieren. Warum müssen Menschen mit Behinderung ständig separiert werden. Das würde ich mir wünschen. 💞
    Liebe Grüße
    Anja von https://pinkshape.de

    1. Ja, das würde ich mir auch wünschen 🙂 Ich weiß auch nicht, weshalb man da so viele Hemmungen hat, manchmal ist Konfrontation einfach die beste Lösung um ein Tabu zu beseitigen 🙂

      Liebe Grüße und danke für deinen netten Kommentar, liebe Anja!

  5. Was ein wundervoller Beitrag! Ich habe in meiner Physiotherapeuten-Zeit wirklich viel mich auch mit diesem Thema befasst und auch mit vielen Menschen mit Behinderung zusammen gearbeitet. Ich kann das alles wirklich nur bestätigen und auch ich konnte sehr viel von ihnen lernen 🙂
    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

  6. Mir gefällt dein Beitrag sehr, weil du das Thema gut reflektierst wiedergibst. Meiner Meinung sollte man mit Behinderung einfach so normal wie möglich umgehen – auch einen „normalen“ Menschen mit grünen Haaren schaue ich komisch an, wie dein Beispiel mit dem Tourette ja verdeutlicht.
    Liebe Grüße,
    Marie

  7. Ein so schöner Beitrag, der super ins Herz geht, den du da geschrieben hast. Ich kann es leider auch nicht verstehen, weshalb Menschen mit einer Behinderung, egal in welcher Form, teilweise so wenig Respekt entgegen gebracht wird. Meistens besitzen sie mehr Kampfgeist als die „normalen“ Menschen. Ich kenne einige Menschen mit Behinderung und bewundere sie immer wieder aufs Neue, wie sie sich damit arrangieren und was sie alles erreichen.
    Liebe Grüße,
    Mo

    1. Oh danke für die netten Worte, Mo!
      Ja diese Erfahrungen habe ich auch gemacht und bin ebenfalls voller Bewunderung für die Stärke vieler Betroffener! Da kann man sich echt eine Scheibe davon abschneiden! 🙂

      Liebe Grüße!

  8. Ich finde es wirklich toll das du über dieses Thema berichtest.
    Ich arbeite selber in der Pflege und man sollte jeden so behandeln wie man auch behandelt werden möchte.

    LG Jasmin

  9. Liebe Kay,

    ein schöner Beitrag. Ich selbst habe Behinderungen und bin eigentlich sogar zu 100% behindert. Ich selbst gucke aber auch z.B. manche andere Leute mit Behinderung an, aber halt kurz, weil ich es hasse, wenn man starrt. Man kommt sich wie auf einem Präsentierteller vor. Dabei sieht man mir nicht unbedingt an, dass ich eine Behinderung habe. nicht auf den ersten Blick.

    Man darf ja auch nicht vergessen, dass sind Menschen wie jeder anderer auch. Ich z.B. habe meinen Job, meine Freunde und Familie. Lebe ein ganz normales Leben. Vllt ein wenig eingeschränkt, aber das ist ja nicht tragisch. Ich denke, es kommt auch immer drauf an, wie man sich selbst nach außen hin präsentiert.

    Meine Message an alle mit einer Behinderung: versucht das Beste aus eurem Leben zu machen und genießt es. Auch, wenn man eingeschränkt ist usw. Man hat nur dieses eine Leben.

    An alle ohne Behinderung: bitte behandelt Menschen mit Behinderung wie ganz normale Menschen. Mitleid ist auch vor allem etwas, was keiner von uns gebauchen kann.

    Liebe Grüße

  10. Hallo Kay,
    endlich habe ich den Follow Knopf gefunden, damit mir kein Blog von Dir mehr durch die Lappen geht!
    Ich würde gerne diesen Blog mit meinem „Mitgefühl, kein Mitleid“ Artikel verlinken. Das, was ich an Flüchtlingen fest gemacht habe, hast Du an Menschen mit Behinderungen verdeutlicht. Super!

    Inge

    1. Hey Inge, das freut mich, dass du meinem Blog nun folgst, danke! Und sehr gerne darfst du auch verlinken 🙂 Ich habe deinen Artikel wohl leider übersehen, werde das aber sofort ändern und gleich bei dir vorbeischauen! 🙂 Liebe Grüße, danke für die netten Worte (und Gesten ;)), dir noch einen schönen Sonntag! ❤️

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