#letstalkaboutit Teil 2: Was darf man heutzutage überhaupt noch sagen?

Nicht darüber sprechen

In meinem ersten Beitrag aus der #letstalkaboutit Reihe habe ich ja die Depression angesprochen und damit ganz klar ein Tabuthema in unserer Gesellschaft analysiert, das längst keines mehr sein sollte.

Als ich mir Gedanken über den Folgebeitrag machte, kam ich, dank meines „Twisthead“ – Daseins (die Erklärung dazu gibt´s im Link 😉 )wieder vom Hundertstel ins Tausendstel und mit der Zeit kristallisierte sich eine große Frage heraus, die mir in der ganzen Debatte über Tabuthemen wesentlich erscheint:

Was darf ich heutzutage überhaupt noch?

Wenn ich mir vornehme, Tabuthemen anzusprechen, muss ich mir gleichzeitig auch überlegen, was überhaupt Tabus sind.

Ein Auszug der Definition für Tabus aus Wikipedia lautet wie folgt:

[….] Ein Tabu beruht auf einem stillschweigend praktizierten gesellschaftlichen Regelwerk bzw. einer kulturell überformten Übereinkunft, die bestimmte Verhaltensweisen auf elementare Weise gebietet oder verbietet. Tabus sind unhinterfragt, strikt, bedingungslos, sie sind universell und ubiquitär, sie sind mithin Bestandteil einer funktionierenden menschlichen Gesellschaft. […]

Langsam beschleicht mich aber das ungute Gefühl, dass mit dem ständigen Streben unserer Gesellschaft nach mehr Toleranz, zunehmend neue Tabus geschaffen werden.

Einige Beispiele:

Mit der wachsenden Toleranz für Nichtraucher und deren Bedürfnisse, wird man gegenüber Rauchern immer intoleranter. Den Menschen wird suggeriert, dass es in dieser Hinsicht nur ein „richtig“ oder „falsch“ gibt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es heutzutage nicht mehr akzeptabel, und somit gleichzeitig ein Tabu ist, Raucher zu sein.

Wenn man sich mittags ein Schnitzel herausbrät, muss man fürchten, dass jeden Moment ein passionierter Veganer durchs Küchenfenster gesprungen kommt und einem Bilder von abgetrennten Tierköpfen und Legebatterien unter die Nase hält. Fleisch zu essen gilt also ebenfalls als Tabu.

Wenn man an der Supermarktkasse nach einem Sackerl für die Einkäufe fragt, schütteln alle Leinenbeutelträger hinter einem sofort vorwurfsvoll die Köpfe, weil man nicht nachhaltig genug einkauft, obwohl sich im Einkaufswagen eh schon plastikverpackungsfreie fairtrade Obstsorten und 100% vegane Jogurths tummeln.

Wenn der Lebensgefährte für seine Liebste auf eine Leiter steigt, um eine Glühbirne zu wechseln oder diese den devoten Part beim Sex genießt, muss man Angst haben, dass eine radikale Feministin den Mann von der Leiter oder die Frau aus dem Bett kickt, da er ja ihre Emanzipation dadurch einschränkt.

Tabuthema rauchen

Man erfährt im Alltag als Durschnittsbürger immer mehr Intoleranz. Man ist umringt von (teilweise selbsternannten) “Gutmenschen”, die reinen Gewissens behaupten können, sämtliche, von der Gesellschaft als korrekt auferlegte Richtlinien, zu befolgen.

Es wird sich nur noch pflanzlich ernährt, nicht geraucht, nicht gemüllt, gegendered bis zum Umfallen und nur noch second hand in fairtrade Läden eingekauft.

Wenn man sich hier einen Fehltritt erlaubt oder offen zugibt, doch noch das ein oder andere “Laster” zu haben, wird man behandelt wie ein Aussätziger. Wobei “Laster” hier das falsche Wort ist. Es handelt sich dabei schlichtweg um Gewohnheiten, die man noch nicht bereit ist, aufzugeben.

Aber wie Dem auch sei…

Es gibt einfach gewisse Aussagen, die es heutzutage zu vermeiden gilt, wenn man von der Gesellschaft nicht instant an den Pranger gestellt werden möchte.

So mancher Hirnkrampf ereilt einen beispielsweise, wenn man verzweifelt versucht einen sinnvollen und gleichzeitig politisch korrekten Satz zu bilden.

“Der afroamerikanische Mitbürger mit Migrationshintergrund von nebenan arbeitet als Raumpfleger, um seine Schwester, welche eine Frau mit besonderen Bedürfnissen ist, finanziell zu unterstützen.”

Halleluja.

Bezeichnet man dunkelhäutige Menschen als schwarz, RaumpflegerInnen als Putzfrauen oder einen Rollstuhlfahrer als behindert, kann man am Besten gleich seine Sachen packen und ins Exil gehen.

(Dort muss man dann wenigstens die Tiere selbst schlachten, wenn man schon unbedingt Fleisch essen möchte.)

Es wird immer schwieriger, sich im Alltag korrekt zu verhalten, wenn man nicht das Damoklesschwert des schlechten Gewissens über sich schweben haben möchte.

 

Um eines mal klar zu stellen:

Massentierhaltung…

… ist scheiße, diese gehört boykottiert und abgeschafft!

Es ist gut, Menschen auf die Missststände in Legebatterien etc. hinzuweisen und ein Bewusstsein in den Köpfen der Menschen zu schaffen, damit diese sich mehr damit auseinandersetzen, wo das Fleisch herkommt, welches sie konsumieren.

Doch der Homo Sapiens gilt seit jeher als Fleischfresser und nur weil man heutzutage nicht mehr dazu verpflichtet ist, seine Beute selbst zu jagen und es den Berufsstand des Metzgers gibt, der das Schlachten übernimmt, muss man sich als Fleischkonsument vor Vegetariern/Veganern doch nicht rechtfertigen und sich Sätze anhören wie: “Töte doch selbst mal ein Tier, wenn du unbedingt Fleisch essen möchtest.”

Punkt 1: Muss man das heute nicht mehr -> Metzger. (Dieser schlachtet das Tier bestimmt professioneller & schmerzfreier, als man als Laie das jemals könnte und umgekehrt würde der Metztger sich ja auch nicht anmaßen, den Beruf eines Anderen auszuführen…)

Punkt 2: Viele Fleischesser hätten vermutlich nichtmal ein Problem damit, das gewünschte Tier selbst zu erlegen.

!Ausgenommen sind hier bitte sämtliche Tiere, die nur zum Vergnügen getötet werden, wie Haie, deren Flossen dann in heimischen Chinarestaurants als Delikatesse in Suppen serviert werden!

Emanzipation und die Gleichberechtigung der Frau…

… ist ein ganz wichtiges Thema und es ist schlimm, dass die Frauenrechte in anderen Ländern nach wie vor nicht existieren.

Doch es bietet mir persönlich als Frau ehrlich gesagt keinerlei Mehrwert, wenn in der österreichischen Bundeshymne das Wort “Töchter” hineingequetscht wird, um der Bevölkerung zu verdeutlichen, dass es in unserem Land auch weibliche MitbürgerInnen gibt.

Kurz zur Aufklärung für Alle Nicht-ÖsterreicherInnen, die nicht wissen, wovon ich spreche:

2011 wurde der Text unserer Hymne adaptiert, nachdem es einen Aufschrei von Feministinnen gab, die sich diskriminiert fühlten, da die Originalversion wie folgt lautete:

“ […] Heimat bist du großer Söhne, Volk, begnadet für das Schöne […]”

Und wie wurde dieses Dilemma gelöst? Achtung, hier der neue, verbesserte und politisch korrekte Textauszug:

“ […] Heimat großer Töchter und Söhne , Volk, begnadet für das Schöne […] “

No words needed? Immer noch läuft mir beim Lesen dieses grammatischen Debakels ein kalter Schauer über den Rücken.

Ich applaudiere nach wie vor enthusiastisch den Verantwortlichen, die sich diese, schlichtweg an Genialität grenzende, Änderung einfallen ließen.

Abgesehen davon, dass die Budeshymne nun nahezu “unsingbar” geworden ist, kam niemandem der Beteiligten jemals in den Sinn, dass man, wenn man schon den Reim des Textes zunichte macht, anstatt ein zusätzliches Wort einzuschieben, das vorhandene „Söhne“ einfach in “Menschen” hätte ändern können? Zugegebenermaßen wäre das immer noch nicht die Ideallösung, aber nichts desto Trotz läuft es doch auch im Sinne der Gleichberechtigung darauf hinaus, dass wir alle, egal ob männlich oder weiblich, vor Allem eines sind: nämlich MENSCHEN.

Hier endet für mich persönlich der Gender Wahnsinn. Oder fängt er gerade erst an?

Egal. Weiter im Text:

Nachhaltigkeit und Achtsamkeit im Umgang mit unserer Natur…

… ist ebenfalls wichtig und auch hier finde ich es gut, wenn die Leute darauf hingewiesen werden, dass jeder von uns mitverantwortlich für das Fortbestehen unseres Planeten ist. Müll reduzieren, ein weniger verschwenderischer Lebensstil. Alles gute, wichtige und richtige Ansätze.

Aber bitte vergesst dabei Folgendes nicht: der Mensch ist ein Gewohnheitstier! Es muss den radikalen Verfechtern der Nachhaltigkeit ebenso bewusst sein, dass sich nicht bei Jeder/m von heute auf morgen ein Umdenken einstellen wird. Auch ich persönlich versuche bewusster einzukaufen und weniger Abfall zu erzeugen. Aber dass ich noch nicht soweit bin, second hand Klamotten kaufen zu wollen, oder im Winter 10km bei Eiseskälte mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, darf doch keine Sünde sein?!

Tabuthemen TwistheadCats

Mein Fazit:

Ja, auch ich möchte ein guter Mensch sein. Aber ich möchte kein “Gutmensch” sein. Ich fröne den Genüssen im Leben, ich habe Gewohnheiten, die anderen vielleicht gegen den Strich gehen, aber ich versuche mit meinem Verhalten niemandem zu schaden.

Ich kaufe mein Fleisch vorzugsweise beim Bauern nebenan, ich sehe zu, dass mein Make-up nicht an Tieren getestet wird, ich reduziere die Lebensmittelverschwendung im Alltag.

ABER ich akzeptiere nicht die Diskriminierung von Rauchern, nur weil sie süchtig sind und dies von Anderen nicht mehr geduldet wird.

Ja, ich kann meine Einkäufe selbst schleppen und Reparaturen in meiner Wohnung alleine durchführen. ABER wenn mein Freund sich dabei aufgrund seiner körperlichen Beschaffenheit leichter tut als ich, nehme ich seine Hilfe gerne in Anspruch, OHNE mich dabei in meinen Rechten als Frau beschnitten zu fühlen.

Ich nehme mir das Recht heraus, Menschen umgangssprachlich weiterhin als das zu bezeichnen, was sie sind. Unser Hausmeister ist für mich weiterhin der Hausmeister und nicht der “facility manager” und die Putzfrau ist auch keine Raumpflegerin.

Die Änderung von Berufsbezeichnungen mag ja gendergerecht sein. Dass eine Raumpflegerin in unserer Gesellschaft aber nach wie vor weniger Respekt für ihre Tätigkeit erfährt, als ein Anwalt, ist für mich das größere Problem.

Ich zeige lieber aufrichtigen Respekt und echte Toleranz gegenüber unserem Hausmeister und betrachte/behandle ihn als gleichwertigen Menschen, als ihn als “facility manager” zu bezeichnen und ihn damit dennoch gering zu schätzen.

Und wenn wir schon beim Thema „Wertschätzung“ sind:

Selbstverständlich achte ich in meinem Job als Behindertenbetreuerin auf wertschätzende Dokumentation. Ich werde meinen Klienten im direkten Gespräch aber nicht darum bitten, eine „Inkontinenzversorgung“ anzulegen, wenn er als Mensch mit geistiger Beeinträchtigung den Ausdruck „Windel“ ganz einfach besser versteht…

Mein Appell an euch:

Bitte, Lasst uns nicht aufhängen an utopischen Bezeichnungen und korrekten Ausdrucksweisen. Denn was für ein Mensch man ist, zeigt sich immer noch am Besten durch sein Handeln. Wenn man sich, wie gesagt, zwar politisch korrekt ausdrückt, aber nicht im geringsten so verhält, hilft das Niemandem weiter.

Lasst uns nicht für Toleranz appellieren, wenn wir damit gleichzeitig Intoleranz heraufbeschwören. Hört auf damit, Menschen zu kategorisieren und zu klassifizieren!

JA! Versucht auf die Missstände in unserer Welt aufmerksam zu machen und bringt Verbesserungsvorschläge. Unbedingt! Aber zwingt niemandem eure Sichtweisen auf, denn mit Radikalismus schafft man keine Gemeinschaft. Und nur gemeinsam können wir in dieser Welt etwas verändern.

Aber zwingt niemandem eure Sichtweisen auf, denn mit Radikalismus schafft man keine Gemeinschaft. Und nur gemeinsam können wir in dieser Welt etwas verändern.

Und das eben auch nur, wenn wir uns um die wirklich wichtigen Probleme kümmern und das ist bestimmt nicht, ob jemand auf der anderen Straßenseite sich eine Zigarette anzündet oder in der Bundeshymne auch die Töchter erwähnt werden.

Das sind Dinge wie der Klimawandel, Integration, Toleranz und Durchsetzung der Menschenrechte.

Klar ist das alles wesentlich aufwändiger als den kleinen Fleischfresser vor meiner Türe mit Beschimpfungen zu einem besseren Lebensstil zu bekehren.

Aber wenn wir niemals im Großen denken, werden wir auch nichts Großes erreichen können.

Natürlich fängt man erstmal klein an. Aber man muss aufpassen, im Kleinen nicht noch mehr Kleinigkeiten zu suchen, um die man sich als nächstes kümmern kann, nur um die Beschäftigung mit dem Großen weiter aufzuschieben! 😉

Mir ist bewusst, dass all die angesprochenen Themen von den verschiedensten Blickwinkeln aus betrachtet und argumentiert werden können und jedes einzelne von ihnen wäre mir einen eigenen Beitrag wert!

Auch ist mir klar, dass es sich dabei nicht um klassische Tabuthemen handelt. Ich möchte in diesem Artikel lediglich darauf hinweisen, dass wir aufpassen müssen, mit unserem teilweise fanatischen Streben nach Verbesserungen, unsere Gesellschaft nicht in die Intoleranz zu treiben.

Nächstes mal wird es wieder um ein bestimmtes Tabuthema gehen, das ausführlich besprochen wird.

Aber es war mir ein Bedürfnis, hier mal ein wenig Dampf abzulassen, denn so wie es im Moment läuft, habe ich hin und wieder das Gefühl, in meiner Meinungs- und Entscheidungsfreiheit sowie in meinem Denken und Handeln massiv von der Gesellschaft beschnitten zu werden. Und wenn wir nicht mehr unterschiedlich sein dürfen, dann mache ich mir Sorgen über die Zukunft unserer Menschheit. Denn wenn wir Alle, wie die Lemminge, blind irgendwelchen Vorgaben folgen, besteht die Gefahr, dass wir selbstständiges Denken und Toleranz tatsächlich irgendwann verlernen.

Liebe Grüße, eure Kay.

Wie steht ihr zu diesem Thema? Könnt ihr aus tiefster Überzeugung behaupten, immer Alles richtig zu machen oder stoßt auch ihr manchmal an eure Grenzen in diesem ganzen „Was darf man eigentlich?“ – Chaos?

Tabuthemen Was darf man heutzutage überhaupt noch sagen

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30 Kommentare zu „#letstalkaboutit Teil 2: Was darf man heutzutage überhaupt noch sagen?

  1. „Abgesehen davon, dass die Budeshymne nun nahezu “unsingbar” geworden ist, kam niemandem der Beteiligten jemals in den Sinn, dass man, wenn man schon den Reim des Textes zunichte macht, anstatt ein zusätzliches Wort einzuschieben, das vorhandene „Söhne“ einfach in “Menschen” hätte ändern können?“

    Genau der Gedanke kam mir auch sofort, als ich das gerade las. Weshalb nicht einfach Menschen?

  2. Wow, den Artikel hab ich mal in meine Bloggerperlen auf Flipboard mit aufgenommen. Persönlich habe ich mich noch nicht so offen angegriffen gefühlt. Doch versteckte Botschaften habe auch ich bereits erhalten. Und leider habe auch ich das Gefühl, dass die Intoleranz größer geworden ist, wenn man anderer Auffassung ist oder eine “Macke“hat, die mit der Zeit auffällt. Lieber wünsche ich mir dann, das man sich einfach nur aus dem Weg gehen kann und nicht noch Streit ausgesetzt wird.

    1. Oh danke freut mich dass dir mein Beitrag gefällt 🙂
      Ich finde, man kann ja über alles diskutieren, aber der Ton macht die Musik und man muss, wie bei jeder konstruktiven Auseinandersetzung, auch die Meinung des Gegenüber respektieren. Ich komme einfach mit Menschen nicht zurecht, die Scheuklappen tragen und für die es nur ein richtig oder falsch gibt, weil sie in ihrer Einstellung eingeschränkt sind….

      Liebe Grüße und dir einen schönen Dienstag!

  3. mal wieder ein genialer Beitrag meine Liebe! an diese Tabuthemen stößt man ja zwangsweise auch im eigenen Alltag und es wäre wohl sehr verschönt, wenn jemand behauptet, immer alles richtig zu machen … anderersets frage ich persönlich mich auch immer, ob es überhaupt so etwas wie „was falsch machen“ gibt 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    1. Ich denke auch, dass man mit den Bezeichnungen richtig uns falsch vorsichtig umgehen muss.
      Wenn jemand eine Person bewusst und böswillig beispielsweise rassistisch Betitelt und/oder diese mit seiner Aussage in dessen Menschenwürde herabsetzt- > klarer Fall von falsch.
      Wenn man aber nichts von alledem tut und einfach umgangssprachlich Ausdrücke benutzt, die keinesfalls bösartig gemeint, aber in unserer Gesellschaft verpönt sind, kann man durchaus darüber diskutieren.

      Tatsächlich gibt es aber offenbar Menschen für die es keine Grauzonen sondern nur ein klares richtig oder falsch /gut oder böse /etc gibt.
      Und damit habe ICH wiederum so meine Probleme 😀

      Liebe Grüße, Kay.

  4. Liebe Kay,

    du hast den Nagel auf den Kopf getroffen! Es fällt immer leichter, zu kritisieren und mit dem Finger auf andere zu zeigen, als bei sich selbst anzufangen. Toleranz ist das bedeutende Wort, das heute oft fehlt. Aber ich bin ganz deiner Meinung, dass wir mehr Toleranz aufbringen sollten im Alltag und unseren Mitmenschen gegenüber. Wenn jemand kein Fleisch essen will, aber dafür lieber eine Zigarette raucht, ist das ok für mich. Deshalb sehe ich keinen Grund schlecht über diesen Menschen zu sprechen und genauso sollte es auch umgekehrt.

    Dennoch sollte sich jeder an der Nase nehmen und einen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten. Wie du, kaufe auch ich nur tierversuchsfreie Kosmetik, nehme mein Stoffsackerl zum Einkaufen mit und versuche regionale Produkte zu beziehen bzw. Produkte von „glücklichen“ Tieren.

    Und auch beim Genderwahnsinn bin ich ganz bei dir. Wie in meinem letzten Artikel zum Weltfrauentag schon erwähnt, kann die Gleichberechtigung nicht einfach durch einen Gender-Mainsteam gelöst werden. Ich finde deine Serie toll, bitte weiter so 🙂

    LG
    Doris

    1. Dem ist von meiner Seite aus nichts hinzuzufügen, wir sind da offenbar derselben Ansicht 🙂

      Dein Artikel zum Weltfrauentag steht noch auf meiner Lese Liste, den werde ich mir aber jetzt dann gleich mal zu Gemüte führen, danke fürs Erinnern! Eventuell passt er ja thematisch sogar für eine Verlinkung in diesen Beitrag…

      Aber erstmal danke dir, für deinen netten und offenen Kommentar 🙂 Liebe Grüße!

  5. Ich gehöre leider zur Sorte Vegetarier, Nichtraucher und „ich bringe meine Tasche selber mit“. Das sind Entscheidungen, die ich für mich getroffen habe. Ich kritisiere andere nicht, weil sie es nicht leben. Die Entscheidung muss doch jeder selbst treffen. Aufklärung bekommt man heutzutage ja genug, wenn man denn möchte. Aber wenn ich mich in einer Runde als Vegetarier oute, fangen sofort alle anderen an darüber zu reden wie lecker sie das eine oder andere Stück Fleisch finden und fangen an Rezepte für das beste Fleischgericht auszutauschen. Das finde ich immer wieder erstaunlich. Wo bleibt da nur die Toleranz?
    Liebe Grüße
    Claudia

    1. Das ist ja auch völlig legitim und tatsächlich finde ich das auch sehr vorbildlich! Sofern man eben andere nicht verurteilt, wenn sie nicht denselben Lebensstil pflegen! Ja auch umgekehrt erfahren zb Vegetarier, wie du richtig sagst, ebenfalls Intoleranz, was bestimmt auch damit zu tun hat, dass sie ebenfalls in der Gesellschaft mit Vorurteilen behaftet sind… Das ist doch alles verrückt, finde ich! Leben und Leben lassen, das sollten wir uns mal hinter die Ohren schreiben!
      Liebe Grüße und danke für deinen Kommentar! Schönen Dienstag noch 🙂

  6. Ja, liebe Kay,
    dieser Beitrag von dir hat mir sehr gut gefallen.
    Ich habe mir übrigens heute Morgen neue Lederschuhe gekauft.
    Unsere Reinigungskraft im Büro begrüßte mich neulich übrigens mit: „Guten Morgen, deine schwarze Putzfrau ist da!“
    Die gute Frau kommt aus Nigeria uns weiß gar nicht das wir das nicht sagen dürfen ….
    Ich wünsche dir einen schönen Tag
    Wibi

  7. Guten Abend.
    Ein total tolles Beitrag und es ist so wahr. Kann vieles was du geschrieben total nachvollziehen und unterstreichen.
    Liebste Grüße,
    Sandra.

  8. Ein toller Beitrag! Toll, wie du auf den Tisch haust! Mein Motto heißt ganz klar „leben und leben lassen“. Ich finde sicherlich nicht alles toll, kritisiere aber niemanden für seinen Lebensstil. Wo ich durchaus gegen bin – so wie du und jeder vernünftig denkende Mensch auch – ist die Massentierhaltung. Da bin ich gerne das Sprachrohr für die Tiere. Ansonsten bin ich wirklich sehr tolerant, auch wenn ich nicht alles gut heiße.
    Liebe Grüße
    Kathrin

    1. Da sind wir uns ziemlich ähnlich, Kathrin. Leben und Leben lassen ist auch mein Motto! Ich kann es eben nur nicht leiden, wenn man wegen seiner Einstellung als geringerer Mensch dargestellt oder gar angegriffen wird.
      Bei den Tieren bin ich ganz bei dir. Denen gehört auch mein Herz und für diese setze ich mich auch ein. Dass ich dennoch Fleischfresser bin sehe ich hier nicht unbedingt als Widerspruch, wenn ich weiß dass das Tier ein schönes Leben und einen möglichst Angst- und schmerzfreien Tod hatte. Ich kann aber auch gut auf Fleisch verzichten.
      Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen die Massentierhaltung boykottieren :/ dafür muss man doch bereit sein, ein paar mehr Euro für sein Fleisch zu bezahlen…

      Liebe Grüße, Kay.

  9. Richtig toller Beitrag der so viel Wahres hat! Mich nervt dieses ganze Getue um bestimmte Aussagen total und oft schwingt bei den Leuten dennoch eine Doppelmoral mit. Ich ändere meinen Sprachgebrauch doch nicht nur weil anderen Leuten das nicht passt? Ganz großen Unsinn finde ich das Abändern von Hymnen, das haben sie für die deutsche Nationalhymne ja jetzt auch gefordert…

    1. Ja. Ich finde es ist ganz klar dass es Situationen gibt in denen man auf seine Wortwahl achten sollte, wie beispielsweise im Beruf. Aber wenn ich privat schon ein schlechtes Gewissen bekomme wenn mir in den eigenen 4 Wänden ein unüberlegtes Wort herausrutscht kann ja wohl was nicht ganz stimmen 🙈 ach siehste, dass das in Deutschland auch schon Thema ist, wusste ich gar nicht. Na dann… Es ist doch überall dasselbe 😑
      Danke für deinen netten Kommentar 🙂 Schönen Abend noch und liebe Grüße!

  10. Da sind ein paar wahre Dinge dabei bei deinem Post. Dennoch habe ich lustigerweise sehr wenig mit einigen Arten von Menschen zu tun, die du da beschreibst. Aber vielleicht liegt das auch einfach an der eigenen Einstellung bzw. wie man mit manchen Dingen umgeht. 🙂 Jedenfalls bin ich auch kein Fan davon, wenn mir jemand bestimmte Sichtweisen aufdrücken will aber bisher konnte ich solchen Gutmenschen immer noch gekonnt das Wind aus den Segeln nehmen.
    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com
    PS: mein neuer Hundeblog ist online: thepawsometyroleans.com

    1. Ja das liegt bestimmt auch an der eigenen Einstellung 🙂 Man kann ja über alles diskutieren, so ist es ja nicht und ich höre mir zum Beispiel auch gerne die Sichtweisen anderer an, oft kann man sich daraus ja wiederum selbst etwas mitnehmen.
      Liebe Grüße und danke für deinen Kommentar!

  11. Als letztens Fasching war, hat bei uns in der Gegend ein großer Spielzeugladen eingeladen, dass die Kinder in Kostümen kommen und dort lustige Attraktionen angeboten werden. Es sollte unter anderem eine „Mohrenkopfwurfmaschine“ geben. Ich selbst habe es gelesen und mir nichts dabei gedacht. Eine Freundin hat mir dann erzählt, eine Mutter aus dem Kindergarten hätte sich so furchtbar aufgeregt und direkt dort angerufen, dass es doch wohl nicht sein kann, dass Wort „Mohrenkopf“ heutzutage zu benutzen und das es absolut nicht gehen würde. Sie haben es dann geändert. Hier habe ich vielleicht eine Wissenslücke gehabt, wir haben es früher immer so genannt und mir war absolut nicht klar, dass es heutzutage schon nicht ok ist.

    1. Das sind solche Dinge, wo ich erstens nicht verstehen kann wie Veranstalter eines öffentlichen Events nicht vorher darüber nachdenken welche Ausdrücke sie beim Bewerben desselben verwenden ABER wenn ich es lese zwar den Kopf schüttle, es mir den Aufwand aber nicht wert wäre mich darüber aufzuregen. Ich meine es ist ein Faschingsfest für Kinder und keine politische Veranstaltung -, – Hach 😀 aber ja, danke für dieses Beispiel 🙂 Liebe Grüße.

  12. hahaha….. bedenke aber bei der Nationalhymne, dass Menschen sich nicht auf „Schöne“ reimt 😉

    Wunderbarer Artikel, liebe Kay, dankeschön. Oh ja, das liebe Thema Toleranz… Manchmal frage ich mich inzwischen, ob wir einfach keine Toleranz mehr aufbringen können, weil wir uns ja auch nicht mehr getrauen unsere Individualität zu leben. Überall nur noch „must haves“ und jeder und alles muss komplett gleich aussehen. Wen wunderts also, dass man gefälligst auch noch ein austauschbares Leben leben soll…. Höchste Zeit also, das endlich mal wieder zu ändern.

    Herzliche Grüße aus dem http://www.maison malou.de
    Biggi

    1. So wie die Hymne nun gesungen wird kommts auf den Reim auch nicht mehr an, denn ab dieser Stelle herrscht nur noch unsicheres Gemurmel 😂

      Ja ich hoffe, dass sich daran irgendwann etwas ändert. Momentan bin ich da noch eher skeptisch, da wir fleißig daran arbeiten immer intoleranter zu werden :/

      Liebe Grüße und einen schönen Start ins Wochenende!

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