#letstalkaboutit: Meine Freundin, die Depression. – Warum Depressionen auch etwas Gutes haben.

Depression

Vor Kurzem habe ich einen Artikel von Blog Physio-Energie zum Thema Hochsensibilität gelesen. Darin gingt es unter anderem darum, dass man sich seiner Hochsensibilität erst bewusst wird, wenn man einmal eine schwere Krise durchgemacht hat. In diesem Fall war diese Krise eine Depression.

Ich fand es von der Verfasserin unglaublich mutig, wie offen sie über dieses Thema sprach, denn nach wie vor gilt Depression in unserer Gesellschaft als Tabuthema.

Und das kann ich angesichts der stetig wachsenden Anzahl an Betroffenen nun wirklich nicht verstehen.

Immer mehr Menschen brechen unter dem Leistungsdruck, dem sie tagtäglich ausgesetzt sind, zusammen und leiden vor Allem vermehrt am (provokant formuliert) etwas „gesellschaftstauglicheren“ Burnout. Aber auch bei diesem ist die Depression eine Begleiterscheinung.

Der Unterschied zwischen Depressionen und Burnout liegt lediglich darin, dass zweiteres, wenn es erstmal überwunden ist, tatsächlich überstanden ist.

Auch eine Depression kann man überwinden, aber sie begleitet dich dennoch ein Leben lang.

Mein persönlicher Bezug zum Thema:

Und ja, ich weiß wovon ich spreche. Meine, als schwere Depression diagnostizierte, Erkrankung liegt zwar mittlerweile über ein Jahrzehnt zurück. Dennoch klopft sie hin und wieder an meine Türe.

Der Unterschied zu damals ist, dass ich nun weiß, wie ich damit umzugehen habe, um nicht wieder in dieses tiefe Loch zu fallen.

Ich brauche Niemandem, der an Depressionen leidet, erklären, wie man sich währenddessen fühlt. Das ist auch nicht mein Ansinnen in diesem Artikel. Auch ich kenne diese unglaubliche Leere und das Gefühl von Sinnlosigkeit im Leben und ich möchte diese Erkrankung auch keinesfalls herunterspielen.

Doch es gibt zwei Arten von Menschen:

  • Diejenigen, die sich in ihrer Depression wohl fühlen. Die die Schwere der Depression genießen und sich daran gewöhnt haben, im Selbstmitleid zu baden. Es kann eine regelrechte Sucht nach Melancholie entstehen und man hat das Gefühl, auf das Mitleid Anderer angewiesen zu sein, um sich selbst noch irgendwie zu “spüren”. Ich kenne einige solcher Fälle. Diese Leute sind unwillig, ihrer Depression zu entkommen.
  • Und dann gibt es jene, zu denen ich mich selbst zähle, die etwas aus ihrer Depression gelernt haben. Nein, auch ich habe es damals erstmal nicht alleine geschafft, aus meinem Tief zu entkommen. Ich dachte das Leben hätte keinen Sinn. Doch der Unterschied zu der ersten Menschengattung war, dass es mich, sobald es mir ein wenig besser ging, einfach nur noch ankotzte, dass ich antriebslos und ständig müde war. Ich wollte nicht akzeptieren, dass ich mein Leben mit der Gewissheit fristen sollte, dass es sinnlos sei. Ich wollte meinem Leben wieder einen Sinn geben und nahm meine Depression als Anlass, damit anzufangen, über mich selbst nachzudenken.

Und schnell erkannte ich: Das ist die eigentliche Aufgabe einer Depression!

Depression TwistheadCats

Ich fing an, sie zu personifizieren und sie als Freundin zu betrachten. Damit nahm ich ihr die Bedrohlichkeit. Die Depression taucht nämlich immer dann auf, wenn man vergisst auf sich selbst zu hören. Sie spricht eine erste Warnung aus und sagt: “Hey, mach mal langsam, du gerätst ins Ungleichgewicht, das wird dich unglücklich machen!” Und wenn man nicht zuhört, ist es bald darauf auch schon so weit.

Meine Depression vergleiche ich gerne mit meiner Oma 😀 Sie ruft ständig an und weil ich weiß, dass das Gespräch länger dauert und mühsam sein kann, drücke ich sie immer wieder weg und schiebe es auf. Mit der Depression verhält es sich ebenso. Es ist einfach anstrengend, sich mit sich selbst auseinanderzusetzten. Es erfordert Zeit und Mut.

Aber irgendwann erwischen dich Beide dann doch. Und das Ergebnis ist meist ein zweistündiges Telefonat mit Omi, das dreimal mühsamer ist, als zehn Kürzere zuvor es jemals gewesen wären. Dann bekomme ich die volle Ladung an Vorwürfen und Schimpftiraden ab.

Die Depression ist da noch rücksichtsloser und setzt dich, je nach Schweregrad, am Ende gleich tage-/ wochen – / oder gar monatelang außer Gefecht.

Ich betrachtete die Depression also, wie gesagt, irgendwann als gute Freundin. Als knallharte und schonungslose Freundin. Aber auch als ehrliche.

Ich fing damit an, ihr zuzuhören. Und nach und nach kristallisierte sich heraus, was mich in die Depression getrieben hatte. Alle Punkte, die mich im Leben belasteten, die ich jahrelang ignoriert und verdrängt hatte, wurden mir schlagartig bewusst. Und das war kein schönes Gefühl.

Aber mir wurde klar, dass ich schleunigst etwas ändern musste, um wieder “leben” zu können.

Und aus der Depression wurde langsam ein unbändigender Antrieb und eine unglaublich große Motivation. Ich stieg wie (Achtung nun folgt eine völlig übertriebene Verbildlichung! 😀 ) der „Phönix aus der Asche“ und krempelte mein Leben um. Ich wurde mir klar über meine Bedürfnisse und Ziele und diese wichen teilweise extrem von dem ab, was ich mir zuvor für mein Leben vorgestellt hatte. Und da sind wir wieder bei dem Punkt mit der Ehrlichkeit. Ich war zum ersten Mal so richtig ehrlich mir selbst gegenüber.

Vorher war ich gefangen in einem Hamsterrad der, von der Gesellschaft auferlegten, Verpflichtungen und Erwartungen und dachte, es wäre richtig, ihnen zu folgen.

Dabei wollte ich tief im Inneren etwas ganz Anderes, nur hatte ich nie richtig zugehört. Ich hatte stets den einfacheren Weg gewählt. Und das hat mich letzten Endes ein halbes Jahr Lebenszeit voller Qualen und Leid gekostet.

Was also ist das Fazit aus dieser Geschichte? Und warum maße ich mir an, Depressionen als etwas “Gutes” zu bezeichnen?

Ich denke sehr wohl, dass Depressionen vor Allem hochsensible Menschen betreffen. Menschen, die die Dinge gerne hinterfragen und nicht Alles stillschweigend hinnehmen, was in unserer Welt so vor sich geht.

Ich habe einmal gelesen, dass vor Allem sehr intelligente Menschen an Depressionen leiden. Nun ja, ob das stimmt, sei dahingestellt. Bestenfalls ist das so, wenn man an dieser Stelle von “emotionaler Intelligenz” spricht. (Denn wenn man diese zuvor noch nicht besaß, erwirbt man sie definitiv im Laufe einer Depression.)

Aber gut, bitte, ich nehme diese Aussage gerne mal als Kompliment 😀

Wie ich damit umgehe, wenn sich wieder eine depressive Phase ankündigt?

Nun, ich habe mir abgewöhnt, meine Depression zu ignorieren.

Wenn sie bei mir anklopft, lasse ich sie herein, setzte mich mit ihr hin und höre mir bei einem Kaffee an, was sie zu sagen hat…. Und danach jage ich sie zum Teufel!

Ich lasse mich von ihr nicht mehr vereinnahmen. Ich nehme sie ernst, aber ich wahre auch immer eine gewisse Distanz zu ihr.

Der Prozess, bis ich erkenne, was momentan im Argen liegt und weshalb die Depression wieder lauert, dauert oftmals ein paar Wochen. Doch es lohnt sich, diese Zeit für Selbstreflexion zu opfern. Nicht nur, damit man nicht wieder depressiv wird, sondern auch, um seine Ziele neu zu formulieren und zu erkennen, wo der Weg hingehen soll.

Dies ist gleichzeitig auch eine Prävention davor, im Leben in die falsche Richtung zu laufen.

Und genau deshalb ist die Depression etwas Gutes. Deshalb ist sie eine Freundin. Deshalb brauche ich sie.

Depressionen Kaffee

Mein Appell an Euch:

So, all ihr hochsensiblen und intelligenten Depressiven da draußen 🙂 Ja, euer Zustand ist scheiße, wenn ihr akut drin steckt, ich weiß.

Ihr habt auch das Recht, euch der Depression mal ganz hinzugeben und richtig tief hineinzusinken.

Aber bitte, gebt euch auch die Chance, wieder auf die Beine zu kommen!

Manchmal benötigt es etwas Starthilfe in Form von Medikation, keine Frage. Aber macht euch nicht abhängig davon. Begebt euch auf die Suche nach eurem inneren Antrieb und wenn ihr in gefunden habt, macht etwas daraus!

Ihr braucht auch keine Angst davor zu haben, denn schlimmer als jetzt kann es ja gar nicht mehr werden?! Ihr könnt also nur gewinnen.

Warum sprechen wir nicht offen über Depressionen?

Depressionen sollten schon lange kein Tabuthema mehr sein. Ich kenne kaum jemanden, der nicht hin und wieder zumindest an depressiven Verstimmungen leidet (und nein, ich verwechsle das nicht mit einem gewöhnlichen “schlecht drauf sein”).

Das liegt ganz einfach daran, dass wir täglich versuchen, Ansprüchen gerecht zu werden, die viel zu hoch sind. Wir wollen immer auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen, weil das ganz einfach auch von uns verlangt wird.

Wir haben schlichtweg keine Zeit, uns hin und wieder auch mit uns selbst zu beschäftigen.

Wenn also so Viele betroffen sind, warum sprechen wir dann nicht ganz offen darüber? Nach wie vor muss man Angst haben, von der Gesellschaft verurteilt zu werden oder gar seinen Job zu verlieren, wenn man sich als depressiv outet.

Einen Therapeuten aufzusuchen ist ebenfalls verpönt und das, obwohl dies beinahe Jede/r mittlerweile mindestens einmal im Leben macht.

Wenn wir offener darüber sprechen und uns vermehrt in den Austausch begeben, vielleicht können wir uns dann auch gegenseitig dabei unterstützen, diese schwierigen Phasen zu überwinden. Bestimmt besser, als wenn man mit dem Gefühl alleine gelassen wird, dass etwas mit einem nicht stimmt und man sich dafür schämt.

Wie soll man denn alleine einen Ausweg finden, wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht?! Manchmal braucht man jemanden, nach dem man rufen kann, der einen hinausbegleitet.

Also, lasst uns die Depression gesellschaftstauglich machen! 🙂

Wie gesagt, man kann sie überwinden und man kann damit leben.

Ich selbst bin jetzt, nach meiner Depression, wesentlich glücklicher als zuvor, weil ich ganz einfach weiß, worauf es im Leben (für mich) ankommt.

Ich habe keinen Bock mehr, jemals wieder depressiv zu werden, weiß dies aber auch zu verhindern.

Ich betrachte diese Phase meines Lebens als wichtige Erfahrung, aus der ich mehr gelernt habe, als durch irgendeine andere zuvor.

Nehmt die Depression also als Lernerfahrung an.

Und wenn ihr das Glück hattet, bisher noch keine Depression erlitten zu haben, aber langsam bemerkt, dass auch ihr gefährdet seid (und das gilt ebenso für Burnout!), habe ich hier einen Rat für euch:

Macht euch bitte bewusst, dass man im Leben gar Nichts MUSS. Habt keine Angst vor Veränderung und traut euch, Dinge und Gewohnheiten loszulassen, die euch belasten (Stichwort Hamsterrad).

Baut euch gezielt Me Time ein, (mindestens einmal in der Woche) und nehmt euch diese ganz bewusst! Das ist die einzige Möglichkeit, einem Zusammenbruch (und dieser scheint heutzutage, aus den oben genannten Gründen, irgendwann vorprogrammiert!) zu vermeiden.

Und vor Allem: Brecht das Schweigen! Sagt, wenn euch etwas zu viel wird und ihr Hilfe oder einfach eine Auszeit benötigt. Niemand wird euch dafür lynchen!

TALK ABOUT IT!

Liebe Grüße, eure Kay.

Wie steht ihr zu diesem Thema? Ist Depression in euren Augen auch immer noch ein Tabu in unserer Gesellschaft? Oder habt ihr andere Erfahrungen damit gemacht? Eure Meinung interessiert mich, also ab damit in die Kommentare 🙂 Lasst uns darüber sprechen! 😉

Dir hat dieser Beitrag gefallen? Dann freue ich mich, wenn du mich dabei unterstützt, diesen zu verbreiten und ihn in einem Netzwerk deiner Wahl teilst 🙂 Danke dir! <3

Falls dich das Thema „Burnout“ näher interessiert, kann ich dir einen sehr interessanten Beitrag dazu von Natalia vom Kraft Fabrik Blog empfehlen, in dem sie aus sehr persönlicher Sicht darüber schreibt warum sie, ein Jahr gebraucht hat, um darüber sprechen zu können.

Auch Christina Key hat sich auf ihrem Blog mit dem Thema Depression befasst. Den link dazu findet ihr hier!

Bevor ich die Depression als Freundin annehmen konnte, war sie mein Dämon. Britta von Wortopolis schildert in ihrem Beitrag fight your demons sehr treffend, wie man sich als Betroffener während dieser Zeit fühlt und wie das Umfeld oftmals darauf reagiert.

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46 Kommentare zu „#letstalkaboutit: Meine Freundin, die Depression. – Warum Depressionen auch etwas Gutes haben.

  1. Schöner Artikel! Mir ging es so ähnlich wie dir, ich war vor über einem Jahrzehnt schwer depressiv. Zum Glück hatte ich irgendwann die Erkenntnis, dass ich meine Depression kontrollieren kann und nicht umgekehrt.

    Ich bin auch der Meinung, dass man offen damit umgehen sollte. Allerdings bin ich kein Befürworter von Menschen die nur Bestätigung in ihrem Selbstmitleid haben wollen.

    Lg Silviu

    1. Hey Silviu, erstmal danke für deinen Kommentar und deine Offenheit gegenüber diesem Thema!
      Ich bin da ganz bei dir, auch mir fehlt es an Akzeptanz für jene, die sich der Melancholie Sucht hingeben. Ich kann zwar meist verstehen, wober das rührt und warum sie das tun, aber ich habe einfach persönlich die Erfahrung gemacht, dass diese Menschen unglaubliche Energiesauger sein können und es mir nicht gut tut, mich auf Dauer mit ihnen zu umgeben, da es mir dann selbst schlechter geht.
      Nichts desto trotz, sollten auch diese Leute um Hilfe und Aufmerksamkeit für ihren Zustand bitten dürfen, ohne sich verstecken zu müssen.

      Liebe Grüße und einen schönen Start in die Woche!

  2. ein so wichtiges Thema meine Liebe – ich kann das gar nicht oft genug betonen! und leider hast du absolut Recht, dass die Depression in all ihren Formen nach wie vor ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist – man hat einfach nicht depressiv zu sein, basta!

    dabei ist die Aufklärung bei den nicht Betroffenen meiner Meinung nach gerade so wichtig!
    und du hast Recht, wenn man einmal depressiv war bzw. ein Burnout hatte, dann weiß man sofort wovon du schreibst … Außenstehende können sich davon wahrscheinlich gar nicht so leicht einen Begriff machen …

    danke für diesen aufschlussreichen uns mitnehmenden Beitrag meine Liebe 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com

    1. Danke für deine lieben Worte, Tina. Mir liegt das Thema ja sehr am Herzen. Vielleicht schreibe ich irgendwann noch einen Beitrag darüber, damit auch Außenstehende diese Erkrankung ein wenig besser verstehen können und wissen, wie sie darauf reagieren können, wenn jemand diese hat oder auch präventiv daran arbeiten können, falls sie selbst erste Anzeichen bemerken.
      Danke für die Idee!
      Liebe Grüße, Kay.

  3. Liebe Kay,
    ich finde es unglaublich und total bewundernswert, wie du dich selbst entschieden hast mit Depression umzugehen und vor allem, dass du den Mut gefunden hast dich für dich selbst und für eine gutes Leben zu entscheiden!
    Mit deiner Einstellung kannst du viele Menschen großartig unterstützen. Deswegen ist es auch so gut, dass du diesen Beitrag geschrieben hast!
    Ich wünsche dir alles Gute und Glückliche für alle weiteren Tage deines Lebens 🙂
    GLG,
    Natalia von https://kraftfabrik.com/

    1. Wow, danke dir Natalia, für deine lieben Worte 🙂
      Für mich ist diese Einstellung zur Depression mittlerweile ganz selbstverständlich geworden und ich würde mir wünschen, dass sie das für Andere ebenfalls irgendwann wird 🙂
      Es freut mich sehr, dass dir mein Beitrag gefallen hat! 🙂 Ganz liebe Grüße!

  4. Gut das du dass ansprichst das Thema, es sollte einfach kein Tabu sein.Interessante Sichtweise von dir. danke für den Beitrag.
    Lg aus Norwegen
    Ina

  5. Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag.
    Ich selber bin zwar glücklicherweise nicht betroffen, kenne aber einen Melancholie-Typ. Er sucht Hilfe nach dem Motto: Wasch mich; aber mach mich nicht nass ..

    1. Das ist eine treffende Metapher. Der Umgang mit Melancholikern ist oft nicht leicht, aber auch sie müssen gehört werden. Hier muss man aber aufpassen, dass man sich von ihrer Negativität nicht ebenfalls runterziehen lässt.
      Da bedarf es der richtigen Balance zwischen Nähe und Distanz und an großer eigener Stärke.
      Danke für deinen Kommentar, liebe Grüße!

  6. Depressionen sollten 2018 definitiv kein Tabu-Thema mehr sein, sind es aber dennoch…
    In meinem Freundeskreis befindet sich jemand, der damit schwer zu kämpfen hat, deshalb weiß ich, wie ernst dieses Thema ist… und wie leichtfertig es von manchen abgestempelt wird.
    Alles Liebe, Katii – Süchtig nach…

    1. Wenn ich so etwas lese finde ich das immer ganz schlimm.
      Ich denke, es bedarf da noch einiges an Aufklärung von nicht Betroffenen. Ich kann ja durchaus verstehen, dass es nicht leicht ist, mit jemandem umzugehen, der depressiv ist. Aber „abstempeln“ und wegsehen ist definitiv der falsche Weg!

      Danke für deinen Kommentar und dir einen schönen Wochenstart, Katii! LG

  7. Liebe Kay!
    Ein wirklich toller Beitrag von dir, wie immer! Und ja, ich glaube dass Depressionen immer noch als Tabuthema gelten und leider auch noch „belächelt“ werden. Das sagen meistens nur Leute die sich damit noch nie auseinander gesetzt haben oder eben nicht darunter leiden.
    Ich selbst leide Gott sei Dank nicht an Depressionen allerdings finde ich es wichtig, dass man auf sich hört und darüber nachdenkt was man eigentlich will. Man braucht dafür aber auch eine Portion Selbsteinschätzung. Viele Leute lernen leider erst in schwierigen Situationen auf ihren Körper zu hören. Was er gerade braucht und was geändert gehört. Dabei sollte man das immer tun, egal in welcher Situation.
    Alles Liebe,
    Julia
    http://www.missfinnland.at

    1. Das sehe ich genauso, Julia! Und das ist auch die beste Prävention vor Depressionen oder Burnout. Schade, dass es oftmals erst soweit kommen muss, dass es einem schlecht geht, bevor man auf sich selbst hört :/

      Freut mich, dass dir mein Beitrag gefällt, danke für die netten Worte und den konstruktiven Kommentar 🙂

      Ich wünsche dir eine schöne Woche! Liebe Grüße!

  8. Was ist meine Meinung zur Depression? Es ist eine scheiß Erkrankung.
    Ich bin selber zum Glück nicht betroffen. Ich bin positiver Mensch, zwar manchmal mit etwas Zukunftsangst, aber ich weiß was ich kann und was ich schon bewirkt habe. Es geht immer weiter.
    Allerdings hatte ich bis zum Jahr 2011 insgesamt 1,5 Jahre einen hochgradig depressiven Partner der, wie Du es auch beschreibst, eher zu der Kategorie gehörte, der sich in seinem Selbstmitleid regelrecht suhlte und fast Spaß daran hatte, andere Menschen in seine Erkrankung zum ziehen.
    Vor unserer Beziehung ist er monatelang mit zwei anderen Frau zweigleisig gefahren und gab mir gegenüber zu, dass er es genossen hat wie sie beide um ihn gekämpft haben und dass er sich in seiner Depression ergehen konnte und darin, wie schlecht er sich den zwei Frauen gegenüber fühlte. Das schlechte Gewissen war ihm wieder eine Bestätigung was für eine scheiß Krankheit er doch erleidet und das nur diese der Grund für sein Verhalten war….
    Als wundervollen und hochintelligenten Menschen der er eigentlich war und mit dem ich die Besten und tiefgründigsten Gespräche meines Lebens hatte, vermisse ich ihn heute noch. Mit den restlichen 90 % bin ich froh, dass er aus meinem Leben verschwunden ist. Selbst sein bester Freund sagte damals zu mir, „Conchita, Du kannst traurig sein, dass Eure Beziehung nicht funktioniert hat, aber nimm Deine Beine in die Hand und renn“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

    1. Ja solche Beziehungen können sich durchaus schwierig gestalten, wenn der Partner nicht gegen seine Depression kämpfen möchte… Danke für deinen offenen Kommentar und dass du deine persönliche Erfahrung mit uns teilst 🙂

      Liebe Grüße und dir noch einen schönen Tag, Kay.

  9. Das ist ein sehr schöner und sensibler Beitrag 🙂 Ich weiß leider auch genau wovon du redest und ich gehört auch zu dem Typ Mensch, der eher sagt: Dir werde ich es schon zeigen. Mir ist es durchaus bewusst, dass es Leute gibt, denen es viel schlechter geht nur habe ich auch einige kennengelernt, bei denen ich denke, die wollen gar nichts ‚dagegen tun‘. Viele haben leider nicht das Bewusstsein, welches du schon hast und dafür bekommst du meine vollste Anerkennung 🙂

    Alles Gute weiterhin für dich ‚und deine Freundin‘ 😉

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

  10. Ich verstehe sehr gut, was du meinst und finde es toll, dass du der Depression sogar als Freund begegnest.
    Den Ansatz finde ich total spannend, eben auch deine Gedanken, dass sie jemand ist, dem man sich lange widmen muss und der einen warnt, wenn man sich nicht genug um sich selbst kümmert.
    Ich habe auch meine Phasen, aber zum Glück nicht mehr so tiefe Löcher. Ich habe auch gelernt, damit umzugehen, wenn sie wieder an die Tür klopft.
    Weil ich bin kein Mensch, der sich gerne in seinem Elend suhlt. Zum Glück. 🙂
    Danke dir, für deinen Text!
    Der ist wirklich sehr gelungen und ich denke auch, dass Depressionen, generell alle psychischen Erkrankungen, noch immer viel zu sehr tabuisiert sind. Ein offenes Gespräch darüber kann man nur selten führen.
    Liebe Grüße
    Ramona

    1. Da sind wir uns wohl sehr ähnlich, Ramona 🙂 auch ich bin im Grunde ein viel zu lebensfroher Mensch (was ja eigentlich im Widerspruch zur Depression steht?!) als dass ich mich von so etwas dauerhaft herunterziehen lassen möchte…

      Schön zu lesen, dass auch du damit umzugehen weißt 🙂

      Schlimm, dass die Depression immer noch ein Tabuthema ist aber umso schöner, dass immer mehr Betroffene sich darüber sprechen trauen und da schließe ich mich eben gerne an, weil mir das Thema nunmal am Herzen liegt!

      Danke für deinen tollen Kommentar! <3
      Liebe Grüße, Kay.

  11. Ein schöner Artikel und der Vergleich mit dem Telefonat ist denke ich sehr treffend.
    Man schiebt unangenehmes gerne zur Seite und es baut sich auf.. türmt sich, bis man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.
    Hilfe holen ist oft schwer, da viele es nicht verstehen. Depressionen werden glaube ich , langsam -sehr langsam gesellschaftsfähig. Es wird aber bestimmt noch Jahre dauern, bis diejenigen, die nicht so stark sind sich trauen, darüber zu sprechen.
    Aber mit deinem Artikel machst du vielen Betroffenen bestimmt Mut.
    LG Sabana

    1. Wichtig ist, dieses Thema in kleinen Dosen an die Gesellschaft heranzuführen, denke ich. Aber so ist es mit jedem Tabuthema.
      Ich sehe es schon als Erfolg, wenn sich zumindest Eine/r ermutigt fühlt, offener mit diesem Thema umzugehen 🙂

      Danke, Sabana, ich hoffe sehr, dass ich mit diesem Beitrag Anderen ein wenig Mut machen kann 🙂

      Liebe Grüße und dir noch einen schönen Montag Abend, Kay.

  12. Ein wundervoll ehrlicher Artikel. Danke fürs Talk about. Über Depressionen MUSS gesprochen werden, damit in der Gesellschaft endlich ein Aufwachen stattfindet. Wir müssen verstehen lernen, dass eine Depression eine Krankheit ist und kein „sich dumm anstellen“.

    Eine Betroffene hat mir das mal so erklärt: Wenn du eine Depression hast, kommen immer wieder gute RatSCHLÄGE wie z.B. Reiß dich zusammen, streng dich an, oder „du musst halt positiver denken“….Wenn wir jedoch einen Rollstuhlfahrer sehen, ist uns klar, dass er nicht aufstehen KANN. Keiner käme auf die Idee zu sagen „reiß dich zusammen und steh endlich auf!“. Ja angesichts der Vielzahl der Betroffenen – auch denen im Anfangsstadium – MÜSSEN wir das Tabu aus dem Thema rausnehmen.
    Liebe Grüße Silke
    Möge dein Beitrag viele erreichen!!!! Er ist soooooo wichtig!!!

    1. Danke dir deine Worte, liebe Silke! Ich bin da ganz deiner Meinung und ich hoffe dass ich einen, wenn auch nur einen sehr kleinen, Beitrag dazu leisten kann, dass mehr über das Thema Depression gesprochen wird.
      Ich denke den Satz „reiss dich mal zusammen“ musste jede/r Depressive schon einmal hören. Und ja, diese Erkrankung ist schwer greifbar für jene, die selbst nicht betroffen sind.
      Umso mehr muss eine Aufklärung stattfinden und offen darüber gesprochen werden dürfen.
      Ich werde bestimmt irgendwann nochmal auf dieses Thema zurückkommen, da es mir ganz einfach sehr wichtig ist. Aber vorerst hoffe ich, dass ich mit diesem Beitrag bereits Einige erreichen kann.

      Liebe Grüße und danke nochmal für dein positives Feedback! Liebe Grüße.

  13. Huhu liebe Kay,

    das ist ein wirklich schön geschriebener Beitrag zu einem so wichtigen Thema. Ich bin mir sicher, dass du damit sehr vielen Menschen, die darunter leiden, mit machst und anspornst, nicht einfach damit zu leben. Mein Blickwinkel hinsichtlich Krankheiten ist ja nun mal etwas anders als der gesellschaftliche, doch ich finde, dass du in deinem Beitrag sehr schön beschrieben hast, dass man es nicht einfach akzeptiert. Du bist hingegangen und hast die Depression als deine Freundin gesehen, um dir die Angst davor zu nehmen. Und genau das ist es: Sobald wir einmal Angst vor etwas haben, akzeptieren wir es und geben ihm die Berechtigung, da zu sein. Und genau so toll finde ich es, dass du der Depression den Kampf angesagt hast. Statt es einfach zu akzeptieren und wie ein Tabuthema zu behandeln.

    Liebe Grüße,
    Maj-Britt

    http://www.dailymaybe.de

    1. Hey, danke für deinen lieben Kommentar!
      Schön zu lesen, dass er dir gefallen hat.
      Ja, man muss einfach irgendwie einen Umgang mit der Depression finden, um dennoch ein normales und sogar glückliches Leben führen zu können… Da wird wohl jede/r seine eigenen Strategien entwickeln, bei mir war es eben die Personifizierung.
      Ich hoffe, dass künftig noch mehr Menschen gegen diese Tabuisierung kämpfen 🙂

      Liebe Grüße und dir noch einen schönen Dienstag!

  14. Liebe Kay,

    von instagram habe ich mich jetzt einmal auf deine website ‚verirrt‘ und bin froh darüber 😊. Sehr schön, dass du dich diesem wichtigen Thema widmest. Das Thema steht bei mir auch auf meiner Kolumnenliste 😉 Nächste oder übernächste Woche bearbeite ich es aber erstmal von einer anderen Seite und veröffentliche eine Kurzgeschichte dazu. Über die Personifikation der Depression als Freundin, also als etwas Positives, habe ich übrigens noch nie nachgedacht. Aber das werde ich jetzt defintiv mal tun.

    Lieben Dank & viele Grüße
    Britta

    1. Das freut mich aber, dass du dich auf meinen Blog verirrt hast und dass er dir gefällt 😉
      Da bin ich mal gespannt auf deine Kurzgeschichte! Gerne kannst du sie dann auch hier verlinken, wenn sie dazu passt 🙂 Gib mir auf jeden Fall bescheid, wenn sie online ist 🙂 Liebe Grüße und Danke für den netten Kommentar! Schönen Abend noch!

  15. So ein schwieriges Thema welches leider allzuoft totgeschwiegen wird. Meine Mutter litt jahrelang unter Depression… es wurde immer verschwiegen, nie drüber gesprochen was ich immer sehr traurig fand. Sie gab mir immer das Gefühl das ich es schlimmer mache wenn ich das Thema anschneide 😦

    1. Ja schrecklich. Natürlich, wenn man immer zu diesem Thema schweigt, ist es umso unangenehmer, wenn jemand einen dann doch darauf ansprechen will. Denn mit der Zeit wird die Depression ja nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für die Betroffenen zum Tabu! Genau das ist der Teufelskreis, Der durchbrochen werden muss, denke ich, denn bestimmt könnte vielen Betroffenen geholfen werden, wenn sie offen darüber sprechen könnten und ihnen das Gefühl genommen werden würde, dass sie sich für ihre Erkrankung schämen müssten :/

  16. Hey Kay,
    mega Artikel, wirklich! Das Thema ist so wichtig und es ist leider bei so vielen Menschen im Kopf noch eine Stigmatisierung vorhanden. Ich finde deinen Ansatz, die Depression als (schonungslose aber ehrliche) Freundin zu betrachten richtig interessant. Immerhin zeigt sie uns auf, das gerade etwas falsch läuft. Und wenn man ihr gut genug zuhört, findet man auch raus, was genau das ist.
    Viele liebe Grüße,
    Lisa

    1. Oh vielen Dank für das Kompliment, Lisa! Freut mich sehr, dass dir mein Beitrag gefällt!
      Ich denke, wie bei Allem im Leben, ist Verdrängung auf Dauer der falsche Weg. Diese Erkenntnis hilft dabei, auch Depressionen erfolgreich zu überwinden 🙂

      Liebe Grüße, Kay.

  17. Hallo Kay,
    wie schön, dass ich Dich zu Deinem tollen Blogartikel inspirieren konnte. An den Kommentaren kann ich sehen, dass es anscheinend Bedarf gibt, klar und offen damit umzugehen, obwohl meiner Meinung nach darüber bereits viel geschrieben und geredet wird. Ich gehe sehr offen mit meiner Depression vor 15 Jahren um und habe dadurch schon viele interessante Gespräche geführt.
    Ob Hochsensible von Depressionen mehr betroffen sind als andere Menschen kann ich nicht sagen. Das müsste ich recherchieren.
    Wie Du so schön sagst gehen wir am besten idealerweise alle mit uns achtsam um. Damit wir uns selbst nicht irgendwann ausbremsen.

    Herzliche Grüße
    Inge

    1. Danke, liebe Inge für deinen tollen Kommentar! Dein Beitrag zu diesem Thema war mir wirklich eine große Inspiration für das Verfassen meines Artikels.
      Ob wirklich Alle Depressiven auch hochsensibel sind, kann auch ich nicht mit Sicherheit sagen, vermutlich ist dem nicht so.
      Ich weiß nur aus eigener Erfahrung, dass alle Betroffenen, mit denen ich gesprochen habe, mindestens eine Neigung zur Hochsensibilität hatten.
      Vielleicht fällt es hochsensibel Menschen auch leichter, offen darüber zu sprechen, da sie die Selbstreflexion nicht scheuen? Ich weiß es nicht.

      Mit deinen letzten beiden Sätzen hast du vollkommen recht. Ein achtsamer Umgang mit uns selbst ist für alle Menschen gleichermaßen wichtig, egal ob depressiv oder nicht.

      Liebe Grüße, Kay.

  18. Liebe Kay,

    ein wirklich toller Beitrag!! Ich bewundere deinen Mut, so offen über dieses Thema zu schreiben, sehr.
    Beim Lesen ist mir ein Satz von Christian Bischoff eingefallen: „Das Leben tut nichts, um dich zu ärgern.“
    Das ist so ein simpler Satz, der jedoch meines Erachtens so viel Wahres beinhaltet und meine Sichtweise auf so viele Dinge im Leben verändert hat.

    Ich habe beispielsweise mal unter extremen Schlafstörungen gelitten. Während man darunter leidet, erscheint es natürlich sinnlos. Was ist der Sinn davon, nicht mehr schlafen zu können? Diese Erfahrung hat mich aber sehr viel gelehrt. Heute ist der Schlaf mein wichtigstes Radar – so wie bei dir die Depression –, das mir anzeigt, ob ich noch auf dem richtigen Weg unterwegs bin. 😉

    Leider sind solche Erkenntnisse meist nur mit schmerzhaften Erfahrungen möglich. Aber wenn man daraus lernt, waren sie immerhin nicht umsonst.

    Alles Liebe
    Julie

    1. Ja Julie, man lernt aus allen Erfahrungen im Leben, seien es positive oder negative! Zweitere bleiben uns eben stärker in Erinnerung, wir erleben sie meist bewusster 🙂
      Ich denke auch, dass alles im Leben irgendeinen Sinn hat,aber man hat es eben selbst in der Hand, ob man danach suchen möchte oder nicht 🙂
      Das Zitat gefällt mir sehr gut, ich kannte es bisher noch nicht, danke!
      Liebe Grüße, Kay.

  19. Hi Kay!

    Ein toller und sehr wahrer Beitrag! 🙂
    Ich bemerke seit einer „depressiven Episode“, wie mein Arzt es nannte, auch immer wieder, wie ich abzurutschen drohe, wenn ich mir zu viel aufbürde. In diesen Momenten mache ich mir dann auch bewusst, was gerade in mir vorgeht, und arbeite dagegen an. Dann muss eben mal was warten – der Blog, meine Freunde, der Haushalt, ein Balkonprojekt. Wenn esmir besser geht, kann ich mich diesen Dingen immer noch widmen. Ich erlaube mir nicht, zu versinken. Das ist anstrengend, aber für mich der beste Weg.

    Liebe Grüße,
    Silja/Soja Koala

    1. Hey Silja,
      Schön, dass du dich immer rechtzeitig mit dir selbst auseinandersetzt bevor du „abrutscht “ und dann Prioritäten setzt, damit es dir wieder gut geht. Ich finde das toll und ich mache das ja ebenso.
      Depressionen sind eben ein gutes Warnsignal wenn es zuviel wird 🙂
      Liebe Grüße und danke für deinen Kommentar!

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