Endet mit der Weihnachtszeit auch die Nächstenliebe?

Nächstenliebe

Von heuchlerischen Wohltätern und scheinheiligen Spendern

Alle Jahre wieder verfolge ich die unzähligen Spendenaufrufe um die Weihnachtszeit. “Spenden Sie für arme Menschen die zu Weihnachten Nichts haben! Geben Sie ihre Kleidung ab, für Menschen, die an Silvester frieren!”

Im Hintergrund traurig dreinblickende Kinder und “herzige” Menschen mit Down Syndrom, die ein Weihnachtslied auf der Triangel klimpern.

Urghs. Das ist der einzige Gedanke der mir durch den Kopf schießt, wenn ich so etwas höre und sehe.

Was ist bloß mit unserer Gesellschaft los?

Vorab sei gesagt, dass ich(seriöse) Spendenaufrufe nicht grundsätzlich verteufle. Immerhin geben die Menschen dadurch zumindest einmal im Jahr etwas an die Ärmeren ab. Besser als gar nicht.

Gleichzeitig frage ich mich dann aber doch: Was passiert wenn das neue Jahr da ist? Dann haben alle ihr Soll erfüllt? Jeder hat sein Gewissen beruhigt, weil er Geld oder Sachen gespendet hat und danach verschwendet man für ein weiteres Jahr lang keinen Gedanken an die Armen?

Nächstenliebe ist anscheinend nur zur Weihnachtszeit “in”.

Und das ist es , was mich zutiefst betrübt.

Unzählige Menschen auf der ganzen Welt benötigen das ganze Jahr über Unterstützung , denn sie leiden und frieren nicht nur zu Weihnachten.

Ich kann Menschen einfach nicht ab, die sich als große Wohltäter darstellen nur weil sie einmal 100€ springen ließen für irgendeine große Organisation, die sich die Spenden wahrscheinlich auch noch selbst einstreift.

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Spenden ja. Hinsehen? Nein danke!

Die wenigsten Menschen beschäftigen sich mit Anderen, denen es schlechter geht als ihnen. Welche nerzmanteltragende Societylady hat einem Obdachlosen schon einmal die Hand geschüttelt? Welcher anzugtragende Bonze würde einen Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit grüßen?

Ach ja, diese “Minderheiten” sollen sich doch bitte überhaupt aus der Öffentlichkeit fernhalten, damit man nicht daran erinnert wird, dass es Leiden in der Welt überhaupt gibt.

Man beschäftigt sich das Jahr über lieber damit, sich Luxusartikel, die einem kurzzeitige Befriedigung der vermeintlich wichtigen Bedürfnisse verschaffen, zu gönnen.

Und an Weihnachten akzeptiert man dann halt die Werbung mit vorzeigbaren Trisomie 21 Kindern, die das Mitleid in einem wecken und ein paar Groschen aus den Geldbeuteln der Menschen locken sollen.

Man möchte den Leuten ja schließlich nicht zu viel zumuten. Ein alter zahnloser obdachloser Mann, oder ein querschnittsgelähmter Rollstuhlfahrer, dem Speichel aus dem Mund läuft, vermarkten sich eben nicht so gut.

Es ist zum Fremdschämen!

Mich kotzt diese Heuchelei sowas von an. Auf beiden Seiten wohlgemerkt! Auf der, der großen Organisationen, die mit (in meinen Augen) unlauteren Mitteln um Geld betteln und auf der, der scheinheiligen “Wohltäter”, die ihr einmal jährlich aufkeimendes Gewissen beruhigen wollen.

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Mein Fazit:

Oftmals ist es gar nicht das Geld, das Andere benötigen, sondern einfach, dass jemand da ist und mit anpackt.

Die Nächstenliebe hört in unserer Gesellschaft ja schon im Alltag auf. Ich beobachte immer wieder, dass alte Damen eher überrannt werden, als dass ihnen beim Überqueren des Gehweges unter die Arme gegriffen wird. Wenn ich mit vollbepackten Einkaufstüten im Supermarkt stehe und mir ein Apfel runterfällt, wer würde ihn aufheben? Niemand. Da kann ich vorher, mit akrobatischer Beinarbeit, den Apfel zurück ins Sackerl “gaberln” wie ein Profifußballer.

Nichts desto trotz.

Ich selbst habe es mir wieder einmal zum Vorsatz gemacht, auch dieses Jahr nicht wegzuschauen und Menschen zu helfen, die in Not sind und zwar GENAU DANN wenn sie Unterstützung brauchen und nicht erst am Ende des Jahres, wo ich ein paar Euro von meinem Weihnachtsgeld verschmerzen kann.

Nein, falsch. Mein Vorhaben bezieht sich nicht nur auf Menschen sondern auf alle Lebewesen.

Mein Herz schlägt nämlich auch für die Tiere in Not, denn diese können für ihr Unglück rein gar Nichts und deren Leid ist oftmals durch Menschenhand verschuldet.

Ich werde mich in beiden Fällen aktiv mit dem Thema auseinandersetzen und nicht blind mein Geld einer großen Organisation überweisen, sondern recherchieren und vor Ort mithelfen und unterstützen.

„Denn oft bewirken schon die kleinen Taten etwas wirklich Großes.“

Mein Appell an euch:

Schließt euch bitte nicht der großen Masse an Schein-Wohltätern an und besinnt euch auch im Laufe des Jahres hin und wieder darauf, dass es vielleicht Menschen oder Tiere gibt, die eure Unterstützung brauchen.

Ihr sollt euch nicht ununterbrochen mit Not und Leid beschäftigen und euch, ob eures schlechten Gewissens selbst geißeln, nein.

Ich möchte euch nur dazu auffordern, ein wenig achtsamer durch die Welt zu gehen. Mit offenen Augen und wenn ihr Zeuge einer Notlage werdet, seid euch nicht zu schade um zu helfen!

Nicht um euer selbst Willen, nicht wegen eures Gewissens oder zur Befriedigung eures Geltungsdranges. Nein. Zum Wohle Anderer. Für die Nächstenliebe. Für die Menschlichkeit.

Und nicht zuletzt, weil, solltet ihr selbst einmal in Not geraten, ihr euch doch auch wünschen würdet, dass jemand da ist, der euch hilft!

Liebe Grüße, eure Kay.

 

Wie sind eure Gedanken zu diesem Thema? Teilt sie mir in den Kommentaren mit!

 

Einen weiteren unglaublich tollen Beitrag zu diesem Thema, der ebenfalls zum Nachdenken anregt, habe ich auf dem Kind im Gepäck Blog gefunden! Den link dazu findet ihr hier.

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22 Kommentare zu „Endet mit der Weihnachtszeit auch die Nächstenliebe?

  1. Hey,
    da ich regelmäßig mein Haushalt ausmiste, spende ich noch gute, aber von mir nicht benötigten Sachen an einen örtlichen Laden, der viel mit Flüchtlingen oder auch Familien arbeitet, die nicht so viel haben.
    Letztens hatte ich übrigens auch den Gedanken gehabt, dass alle Spendenaufrufe meist zur Weihnachtszeit starten. Ich bin da immer kritisch, denn ich bin mir bei keiner der Organisation sicher, ob das Geld auch wirklich zu 100% da ankommt, wo es gebraucht wird.
    Du hast recht, wir sollten alle täglich achtsamer sein und unseren Mitmenschen helfen. Auch wenn es nur darum geht, einen Platz im vollen Bus einer älteren Dame anzubieten. Denn schon solche Kleinigkeiten mache die Welt besser.
    LG
    Kristina

    Gefällt 1 Person

    1. Schön, dass du das auch so siehst, Kristina!

      Dass du deine Kleidung, die du nicht benötigst an die Ärmeren abgibt anstatt sie einfach wegzuwerfen finde ich toll und sinnvoll!

      Liebe Grüße, Kay.

      Gefällt mir

  2. Hallo, Kay.
    Das meiste wurde schon erwähnt, und ich schließe mich deiner Meinung zu 100% an. Gerade in Wien -und eigentlich überall auf der Welt- wirst du in der U-Bahn angerempelt, nur weil man keinen Stehplatz findet. Und auch, wenn das ihnen bewusst ist, dass kein Platz mehr ist, wird man beschimpft und ich höre Sätze wie: „Jo sag amal!!“ oder „Sich zu entschuldingen haben S‘ net in da Schui g’lernt??“. Kein Wunder, dass die Stadt die zweitunfreundlichste ist. Ein kleines bisschen OT, aber die Situation ist ähnlich beim Supermarkt.

    Liebe Grüße aus Wien, Menna von http://www.linesandrhymesuniverse.blogspot.com

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    1. Ja das stimmt in Wien habe ich auch oft das Gefühl, dass die Leute nochmal um einiges grantiger sind als überall anders in Österreich. Nicht umsonst plane ich in die Steiermark zu ziehen, dort ist die Stimmung und die Lebenseistellung nämlich noch wesentlich positiver wie ich finde!

      Danke für deinen Kommentar!

      Liebe Grüße, Kay.

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  3. ein toller beitrag, der zum nachdenken anregt. diese meinung vertrete ich nämlich auch. kaum verlässt du in der weihnachtstür wirst du nämlich gleich von jeder seite attackiert kann man fast schon sagen. hier einmal das und dort einmal das. zusätzlich noch überall die bettler, die dich am liebsten verfolgen würden. also ich bin definitiv kein fan davon, denn mittlerweile hat es grenzen erreicht, die ich nicht mehr als freiwillig ansehe.
    glg karolina von https://kardiaserena.at

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  4. ein sehr ehrlicher Beitrag meine Liebe! es ist wirklich traurig, dass wir i.d.R. mit verschlossenen Augen durch die Welt rennen und nicht mal auf Vorder- oder Hintermann achten … ich hatte sogar das Gefühl, dass das nicht mal zu Weihnachten so war!

    dabei könnte es so einfach sein, wie ja allein die Kommentatoren vor mir beweisen 🙂
    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

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    1. Ja das stimmt, ich wünschte einfach, wie würden alle wieder ein bisschen mehr aufeinander achten. :/

      Danke für deinen netten Kommentar, liebe Grüße!

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  5. Ein sehr sehr schöner Post, über den man wirklich nachdenken muss.
    Du hast schon sehr recht mit dem was du das schreibst.
    Jetzt wo ich deine Wort gelesen haben, fällt es mir erst so richtig auf.

    Viele liebe Grüße Anja

    Gefällt 1 Person

  6. Liebe Kay,
    ein schöner Beitrag der wahrscheinlich bei den Leuten, den ihn lesen sollten nicht ankommt. Ich stelle mir auch oft die Frage, warum es vor allem zur Weihnachtszeit immer im Fernsehen und überall zu sehen ist. Ich stimme dir auch zu, dass man das ganze Jahr über anderen helfen sollte und ein Gespräch oder Lächeln oft das ist was vielen schon hilft. Allerdings denke ich auch, dass es doch besser ist, dass Leute einmal im Jahr spenden als gar nichts das ganze Jahr zu tun. Wenn ich mich richtig erinnere haben wir als Familie wo ich noch kleiner war einmal alle auf Geschenke verzichtet und dafür das Geld gespendet. Natürlich hätten wir auch noch irgendwo helfen können, was wir aber warum auch immer nicht getan haben. Allerdings wurden wir so auch als Kinder schon sensibilisiert, dass es anderen Menschen nicht so gut geht wie uns. Wie dem auch sei, ich stimme dir zu und würde mir auch mehr Mitgefühl wünschen im alltäglichen Leben. Ich versuche es umzusetzen.
    Viele Grüße
    Jules

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Jules, danke für deinen Kommentar. Es ist schön zu lesen, dass du da so sensibel bist in Bezug auf dieses Thema.
      Ich denke, dass beinahe jeder von uns hin und wieder eine kleine Erinnerung braucht, etwas achtsamer zu sein, da wir im Alltagsstress oft dazu neigen, nur auf uns selbst zu schauen und alles andere rundherum zu vergessen(und ich nehme mich da selbst nicht heraus) . Wenn ich also ein zwei Leute damit erreiche, die wieder ein wenig darüber nachdenken, sehe ich das schon als kleinen Erfolg an ☺️

      Liebe Grüße, Kay.

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  7. Ein sehr ausführlicher Beitrag, mit leider wahren Gedanken. Man hat so viele Möglichkeiten anderen zu helfen, nur meist ist man zu blind und man gar nicht das Hilfe von Nöten ist. Man könnte zum Beispiel eine Patenschaft übernehmen, dass ist nicht teuer und hilft einem armen Kind!
    Liebe Grüße
    Sigrid

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    1. Eine schöne Idee, Sigrid!

      Ja leider ist es so, dass wir anscheinend das Mitgefühl für Andere in unserer hektischen Zeit verloren haben. :/

      Ich hoffe sehr, dass sich dieser Zustand irgendwann bessert und wir wieder ein bisschen aufmerksamer durch die Welt gehen…

      Liebe Grüße und danke für deinen Kommentar, Kay.

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  8. Du sprichst ein wichtiges Thema an! Du hast vollkommen recht … die Aktivitäten der Hilfsorganisationen beschränken sich hauptsächlich auf die Zeit vor Weihnachten. Da tun alle mitleidig und engangiert … unter dem Jahr interessiert es dann plötzlich niemanden. Das ist tatsächlich scheinheilig. Ich habe mir selbst vorgenommen aufmerksamer durch die Welt zu gehen, denn man kann auch abseits von Geld spenden einiges tun und bewirken.

    Liebe Grüße
    Verena

    Gefällt 1 Person

    1. Schön, dass dir mein Beitrag gefällt und ich sehe das ganz genauso.

      Es geht ja nicht um Geld spenden sondern um ganz grundsätzliche Dinge, einfach ums Aufmerksam und füreinander da sein, wie du ganz richtig sagst!

      Schön, dass du selbst für dich diesen Vorsatz gefasst hast und ich hoffe, dass viele es dir gleich tun!

      Danke für deinen tollen Kommentar! ❤️

      Liebe Grüße, Kay.

      Gefällt mir

  9. Hallo,
    dein Beitrag spricht mir aus dem Herzen.
    Ich finde es auch schlimm, das viele Leute nur an Weihnachten an andere denken. Dabei muss man sich gar nicht in Unkosten stürzen.
    Mein erster Blogbeitrag für dieses Jahr heißt daher auch “ Mit kleinen Dingen und Taten Gutes tun.
    Liebe Grüße Katja

    Gefällt 1 Person

    1. Ich freue mich, dass dir mein Beitrag gefällt, Katja. Auch wenn es natürlich ein wenig erfreuliches Thema ist :/ deinen Beitrag werde ich mir dann gleich einmal durchlesen 😊 Liebe Grüße.

      Gefällt mir

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