Die perfekte Beziehung?

Zu cool für die Liebe

Gibt es diese heutzutage überhaupt noch, oder sind wir mittlerweile “zu cool für die Liebe?”

Einzelfälle ausgenommen, kenne ich kaum ein Paar, dessen Beziehung länger anhält als maximal drei Jahre. Und das ist für die heutige Zeit schon eine beachtliche Dauer für eine Partnerschaft. Kaum ein Ehepaar erlebt heute noch die goldene Hochzeit zusammen.

Doch woran liegt das?

Ohne Zweifel ist das Internet eine wahnsinnig wertvolle Errungenschaft für die Menschheit. Es erleichtert unser Leben in vielerlei Hinsicht.

Gilt das aber auch für zwischenmenschliche Beziehungen?

Ich stelle hier offen die Frage, ob wir es dem Internet zu verdanken haben, dass wir ganz offenbar verlernt haben, aufrichtig zu Lieben?

Den Einfluss des Internets auf unsere Beziehungsfähigkeit werde ich in einem anderen Artikel noch genauer erörtern, das sprengt hier den Rahmen.

Aber: Kurz gesagt, kann man dem Internet und im Speziellen Social Media natürlich leicht die Schuld dafür geben, dass wir alle offenbar emotional abgestumpft sind.

Doch die mangelnde Bereitschaft um eine Beziehung zu kämpfen und diese aufrechtzuerhalten hat sich in unseren Köpfen manifestiert und hier stellt sich die Frage: Wie konnte es soweit kommen?

Wie kann es sein, dass wir uns von unserem Umfeld und von Medien derart beeinflussen lassen, dass wir es verlernt haben, die Wertigkeit von Menschen, die uns etwas bedeuten, anzuerkennen?

Früher, als man nicht tagtäglich mit (fragwürdigen) “Vorbildern” konfrontiert wurde, die einen unweigerlich dazu zwingen, sich ständig mit anderen zu vergleichen und das eigene Leben infrage zu stellen, zeigten die Menschen wesentlich mehr Ambition, an ihrer Beziehungen zu arbeiten.

Natürlich gibt es auch Fälle, in denen man sich dadurch an Partnerschaften klammerte, die unweigerlich zum Scheitern verurteilt waren. Oftmals aus Angst, dass man keinen neuen Partner mehr finden würde.  Hier kann man Apps wie Tinder oder Lovoo wieder als etwas durchaus Positives ansehen, denn sie erleichtern den Menschen das Kennenlernen von neuen Personen ungemein. 

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Doch nur weil heute die Möglichkeit besteht , sich mit einem Klick unzählige Alternativen auf diversen Internetplattformen zeigen zu lassen, kann uns das doch emotional nicht dermaßen abgestumpft haben, dass wir mit dem, was wir haben nicht mehr zufrieden sein können?

Sind wir blind geworden? Sehen wir nicht, dass der für uns perfekte Mensch bereits vor uns sitzt, weil wir ständig im Hinterkopf haben, dass es noch unzählige andere Möglichkeiten gibt, die vielleicht besser zu uns passen würden?

Es fällt uns schwer zu erkennen, dass das Führen einer Beziehung immer Kompromissbereitschaft und Arbeit bedeutet.

Es wird uns von Anderen ständig vorgegaukelt wie eine perfekte Beziehung auszusehen hat. Dass man dafür auch etwas Aufwand betreiben muss, wird stets gekonnt verschwiegen. Uns wird suggeriert, dass eine Beziehung ganz von alleine und  reibungslos funktionieren müsse und wenn dem nicht so ist, ist es eben einfach der falsche Partner.

Doch was bedeutet eigentlich „perfekt“?

Perfektion liegt immer im Auge des Betrachters und was für andere vielleicht perfekt ist, muss nicht zwingend auch für uns selbst passend sein.

Fakt ist: Wir müssen wieder lernen, Emotionen zuzulassen!

Es macht mich traurig, wenn ich sehe, dass eine Person von Anderen gleich als “Waschlappen” hingestellt wird, wenn sie zu der aufrichtigen Liebe und Treue zu seinem/r Partner/in steht.

Anscheinend ist Gefühle zeigen jetzt „uncool“.

Das ist wohl einfach aus der Mode gekommen. Gibt man heute in seinem sozialen Umfeld an, in einer Beziehung glücklich zu sein, kann man davon ausgehen, dass man sehr bald diverse Ratschläge zu Alternativen präsentiert bekommt. Vermutlich aus Neid und Missgunst, denn diese beiden Charaktereigenschaften dominieren unsere heutige Gesellschaft. Sobald jemand glücklich wirkt, muss das auf jede erdenkliche Art und Weise sabotiert werden, denn man steht ja im ständigen Vergleich zueinander und es kann ja schließlich nicht sein, dass ein anderer zufriedener mit seinem Leben ist als man selbst!

Wann wurde uns der Gedanke impliziert, dass wir alle Austauschbar sind und immer perfekt sein müssen, um nicht  ersetzt zu werden?

Und warum handeln so viele Menschen danach? Dass sie sich eher nach Alternativen umsehen, als um eine Beziehung zu kämpfen, bevor sie selbst Gefahr laufen verletzt zu werden?

Mein Fazit:

Was mir wieder etwas Hoffnung gibt, ist, dass ich bemerke, wie langsam ein Umdenken in den Köpfen der Menschen stattfindet.

Immer mehr haben die Beeinflussung durch Andere satt und besinnen sich wieder auf Werte wie Achtsamkeit und Respekt gegenüber Anderen. Und das sind nun mal  Grundpfeiler für eine funktionierende Beziehung.

Die Menschen sehnen sich wieder nach einem bewussteren Umgang mit ihrer Umwelt und vor Allem auch mit sich selbst.

Und wenn man beginnt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzten, sich kennenzulernen und zu eruieren, was man eigentlich braucht um im Leben glücklich zu sein, ohne sich direkt mit anderen zu vergleichen, ist das die perfekte Grundlage um auch Andere wieder als wertvoll zu betrachten. 

Die perfekte Beziehung

Mein Appell an euch:

Folgt dem Trend nach mehr Achtsamkeit. Auch wenn ich eigentlich kein Freund von diesem Wort bin, da es oft inflationär benutzt wird, steht es in diesem Zusammenhang für all Das, was wir benötigen, um wieder einen respektvollen Umgang miteinander zu finden.

Schätzt die Personen, die euch nahe stehen wert und versucht euch nicht mit Anderen zu vergleichen.

Schaut immer zu Allererst auf eure eigene Beziehung! Lasst euch nicht von irgendwelchen utopischen Beziehungsratgebern irre führen, sondern überlegt für euch selbst: Was braucht IHR um glücklich zu sein?

Und vergesst hierbei keinesfalls auf die offene Kommunikation mit eurem Partner. Man wächst in einer Beziehung gemeinsam und im Regelfall ist sie es wert an ihr zu arbeiten.

Wenn ihr dem Anderen nicht das Gefühl gebt, dass er austauschbar ist, müsst ihr auch keine Angst davor haben, selbst leichtfertig durch eine andere Person ersetzt zu werden.

Beziehung ist kein Konkurrenzkampf! LIEBE ist kein Konkurrenzkampf!

Wenn wir all das beachten, sind wir auf einem guten Weg, dass jeder von uns die (für sich!) perfekte Beziehung führen kann. Ich gebe die Hoffnung nicht auf 🙂

Liebe Grüße, eure Kay.

 

Wie ist deine Meinung zu diesem Thema? Wie denkst du darüber? Teile mir das doch am Besten in den Kommentaren mit 🙂 Ich bin gespannt darauf!

Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich, wenn du ihn auf einer Plattform deiner Wahl teilst, damit ihn auch andere lesen können 🙂

 

Auf dem Blog von Miss Lisbeth gibt es übrigens auch einen ganz tollen Beitrag zu einem ähnlichen Thema: Stirbt die Partnerschaft aus? – von Miss Lisbeth

 

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Hier findest du nähere Informationen zum Blog selbst:

 

 

38 Kommentare zu „Die perfekte Beziehung?

    1. Auf jeden Fall!
      Was für den einen perfekt ist, muss für einen selbst nicht automatisch ebenfalls passend sein.
      Da stimme ich dir vollkommen zu. Ich werde meine Ansichten zu dem Thema Perfektion demnächst in einem anderen Artikel noch genauer ausführen 🙂 (Achtung Spoiler: Perfektion findet man oftmals in der Unvollkommenheit 😉 )
      Ich bin gespannt auf deine Meinung dazu, falls du den Artikel dann liest 🙂

      Danke für deinen Kommentar.

      Liebe Grüße, Kay.

    1. Na da gratuliere ich doch mal! Hut ab und schön zu hören, dass es noch so langanhaltende Beziehungen gibt!

      Perfektion liegt immer im Auge des Betrachers oder in diesem Fall in der Erfüllung der Bedürfnisse der beteiligten Personen 😉 Wenn deine Beziehung trotz allen Aufs und Abs für dich passend ist, dann ist das doch FÜR DICH perfekt! 😀
      LG

  1. Sehr schöner Blogpost. Ich finde garnicht, dass sich unser denken so verändert hat. Ich glaube es will jeder eine Beziehung führen und glücklich werden. Die Menschen sind nur nicht mehr bereit Kompromisse einzugehen, den eigenen Lebensstil an den anderen anzupassen und suchen nach Menschen, die keine Fehler haben.
    Es ist nicht lange her als mir von einer Freundin gesagt wurde welche Typ Mann sie sich vorstellen würde. Ich kann nur eines sagen: Diesen Mann gibt es in 1000 Jahren nicht!
    So wundert es mich nicht, dass viele Beziehungen dann scheitern. Weil die Vorstellungen einer perfekten Beziehung schlicht und einfach zu hoch gesteckt sind.
    Akzeptiert man sein Gegenüber als eigenständigen Menschen und Persönlichkeit, vergibt kleine Fehler und ist bereit Kompromisse zu machen, dann funktioniert auch die Beziehung!

    Bei mir und meiner Liebsten sind es schon 5,5 Jahre und wir wollen 2019 heiraten. Ich freue mich schon auf unseren nächsten Schritt und auf die silberne, goldene und was es auch immer da noch kommen mag Hochzeit!

    Liebe Grüße,
    Christian
    beatsanddogs.com

    1. Vielen Dank für deinen tollen Kommentar, Christian 🙂
      Ich bin da vollkommen deiner Ansicht, das unterschreibe ich alles sofort !

      Das ist ja schön zu hören! 🙂 Ich gratuliere dir und deiner Freundin ganz herzlich 🙂

      Somit seid ihr das beste Beispiel für mich, dass es also doch noch Hoffnung gibt, dass Menschen langfristig zusammenbleiben 🙂

      Liebe Grüße, Kay.

  2. Hallo Kay,
    ich glaube ja, dass es die „perfekte“ Beziehung gar nicht gibt.
    Ich bin mit meinem Mann fast 18 (!) Jahre zusammen, davon 7 verheiratet. Wir haben uns mit 16 kennen gelernt. Es war immer ein Auf und ab. Mal mehr und mal weniger. Aber nie so, dass man gesagt hätte, es reicht. Ich finde, eine Beziehung besteht aus Geben und Nehmen. Wir sollten andere Menschen akzeptieren, wie sie sind. Das ist ganz wichtig. Kein Mensch ist perfekt. Gäbe es die perfekte Beziehung, dann würde es uns doch allen langweilig werden. Ich denke aber auch, dass in der heutigen Zeit die Medien sehr beeinflussen. Noch nie war es so einfach, mit neuen Menschen in Kontakt zu treten. Das Streben nach einem Menschen, der vielleicht noch perfekter sein könnte…
    Liebe Grüße,
    Steffi

    1. Hallo Steffi!

      Vielen dank für deinen Kommentar 🙂

      Ich bin da vollkommen deiner Ansicht.
      Ich z.B. führe eine Beziehung, die trotz den Auf und Abs , für MICH perfekt ist.
      Und ich finde das sollte der einzige Anspruch sein. Man sollte eine Beziehung an dem messen, was man selbst möchte und braucht um glücklich zu sein und nicht an dem, was von anderen vorgegeben wird.

      Wie du ganz richtig sagst, lassen sich viele Menschen viel zu sehr von den Medien beeinflussen und erliegen ständig der Versuchung, den einfachen Weg zu gehen und sich nach Neuem umzusehen, anstatt an dem zu arbeiten was sie haben.

      Ich finde dein Kommentar trifft den Nagel einfach auf den Kopf.
      Und es freut mich zu hören, dass du eine so lang andauernde Beziehung zu schätzen weißt, auch wenn nicht immer alles rund läuft.
      Ich wünschte es würden wieder mehr Menschen so denken wie du!

      Liebe Grüße, Kay.

  3. Sehr schön geschrieben! Ich denke die perfekte Beziehung gibt es nicht. Man muss als Paar nur den perfekten, individuellen Weg mit Liebe, Respekt und Vertrauen finden. Was für die einen als perfekt erscheint, ist für andere vielleicht gar nicht so erfüllend. Ich habe den perfekten Partner für mich schon gefunden. Ganz einfach weil ich weiß, dass ich immer so sein kann wie ich bin, nicht überlegen muss bevor ich etwas (auch mal blödes) sage und weil er mich in meinem (Arbeits-)Leben immer voll unterstützt. Dieses „im Hinterkopf haben, dass es noch andere geben könnte“ hatte ich früher auch mal, aber das ist absolut sinnlos. Am besten man genießt einfach die Momente die man als Paar hat, macht das beste draus und baut sich gemeinsam ein schönes Leben auf. Garantie gibt es für nichts, aber das sollte einen nicht davon abhalten, die gemeinsamen Jahre voll und ganz auszukosten!

    Alles Liebe,
    Verena
    whoismocca.com

    1. Das hast du wundervoll geschrieben, liebe Verena 🙂
      Es ist die perfekte (ja perfekte 😉 ) Zusammenfassung dessen, worauf ich mit diesem Beitrag hinaus wollte 😀
      Ich danke dir für deinen Kommentar, ich teile deine Meinung zu 100%.
      Liebe bedeutet immer auch Arbeit und Kompromissbereitschaft, aber das ist der einzige Weg, die FÜR SICH perfekte Beziehung führen zu können 🙂

      Liebe Grüße, Kay.

  4. Ein toller Post. Anfangs dachte ich „ja die gibt es“ aber momentan bin ich an einer Stelle wo ich mir denke „ne die gibt es nicht“. Im wahren Leben gibt es eben keine liebe wie im Film …zumindest nicht bei mir 😀 aber was ist heutzutage schon perfekt 🙂

    1. Hallo Sarah, danke für deinen Kommentar! 🙂

      Ich denke, dass eine Beziehung erst dann perfekt sein kann, wenn man sich selbst gut kennt und genau weiß, was man will und die Bereitschaft hat, daran zu arbeiten 🙂
      Die Liebe wie im Film suggeriert uns ohnehin wieder ein falsches Bild davon, wie eine Beziehung auszusehen hat… Ich wünsche dir aber, dass du deine eigene „Liebe wie in einem FIlm“ eines Tages findest 🙂

      Liebe Grüße, Kay.

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar Jules 🙂

      Oh ja ich muss zugeben, ich kenne da auch zwei Pärchen, die sich auf diesem Weg gefunden haben.

      Ich möchte das Internet und im speziellen Social Media ja auch gar nicht komplett verteufeln.
      Gerade wenn man Single ist, kann man dadurch leicht neue Leute kennenlernen und manchmal ergibt sich daraus auch tatsächlich die große Liebe.
      Ich behaupte aber, dass dies dann Menschen sind, die Social Media nicht als Werkzeug für schnelle Austauschbarkeit betrachten, sondern andere Personen und deren Persönlichkeit noch zu schätzen wissen 🙂

      Liebe Grüße, Kay.

      P.S. Du hast da einen ganz tollen Blog 🙂 Ich werde auf jeden Fall wieder bei dir vorbeischauen 😉

  5. Schöner Blogpost! Ich finde ja ehrlich gesagt dass es die perfekte Beziehung gar nicht gibt … also ich kenne jedenfalls keine ;-). Vielleicht sind wir alle zu egoistisch … und geben auch zu schnell auf, wenn es nicht mehr so toll läuft!

    Liebe Grüße
    Verena

    1. Danke für deinen Kommentar, Verena!

      Ich denke, die Frage ist, was man unter „perfekt“ versteht. Wenn man als Indikator dafür seine eigenen Bedürfnisse nimmt, kann man eine Beziehung durchaus FÜR SICH SELBST perfekt gestalten 🙂

      Ist es Egoismus oder mangelnde Wertschätzung anderen gegenüber… ich weiß es selbst nicht. Aber ich wünschte, die Leute würden wieder anfangen, ein wenig Kampfgeist zu entwickeln und mehr dafür tun, Beziehungen aufrecht zu erhalten, anstatt sie leichtfertig wegzuwerfen :/

      Dir noch einen schönen Tag 🙂
      Liebe Grüße, Kay.

  6. Eine langjährige, glückliche Beziehung lebt von gegenseitigEM Respekt und Kompromissen. Wahre Liebe ist uneigennützig.
    Wir sind jetzt 31 Jahre zusammen und davon 23 verheiratet.
    Wenn wir z.B. gemeinsam essen gehen bleiben die Handys aus. Dann konzentrieren wir uns auf uns, bzw. auf unsere aktuelle Umgebung.

  7. Ein lesenswerter Beitrag, liebe Kay, der zum Nachdenken anregt. Er zeigt auch, dass du den Lauf der Dinge scharf beobachtest und dir Gedanken darüber machst. Und ja, du hast meiner Meinung nach in allen Punkten recht; das Internet ist Fluch und Segen zugleich. Ich persönlich möchte seine positiven Errungenschaften nicht mehr missen.
    Bestimmte Sachen entwickeln sich aber eindeutig in eine negative Richtung, z. B. was die Verrohung der Kommunikation anbelangt. Das ist traurig zu beobachten. Viele Menschen zeigen unter der wohl geschätzten Anonymität ihr wahres Gesicht, welches die Grobheit, Respektlosigkeit und ja, auch den Hass auf was auch immer wiederspiegelt. Ich glaube, dass die so hochgeschätzten, soz. Media Plattformen einen wesentlichen Anteil dazu beitragen, leider.
    Es hat alles so gut angefangen… und jetzt? Man hört oder liest immer wieder, dass Menschen ihre Accounts deaktivieren oder gar löschen; sie klinken sich aus, sie finden es nicht mehr so toll dabei zu sein. Sie wurden gemobbt, beschimpft, aggressiv verbal angegriffen, weil sie entweder ihre Meinung kundgetan hatten oder weil bloß ihr Aussehen anderen nicht gepasst hat; ja, es gibt ziemlich viele „Wadenbeißer“ da draußen, und deshalb nicht weniger auch online. Während face to face (noch) eine gewisse Hemmschwelle gibt, existiert sie in der Online-Welt fast gar nicht mehr, dank der Anonymität. Leider lernen sehr viele nicht dazu, und das ganze artet mittlerweile ziemlich aus.
    Einerseits möchten viele dazugehören, die Vorteile, den Austausch in einer Community genießen, nette Menschen kennen lernen usw. Andererseits denken sie irgendwann, nachdem sie gemobbt, kritisiert und beschimpft worden sind; Muss ich mir das wirklich antun? Sicher, man kann jene, die einen so behandeln, melden, oder auf die Blacklist setzen, doch man muss halt auf der Hut sein und das kann irgendwann auch zu anstrengend werden.
    Das negative Verhalten könnte dazu führen (oder führt bereits dazu), dass sich User laufend abkapseln, geschlossene Communities gründen, eben nur mit Menschen, die normale Umgangsformen beherrschen und respektvoll miteinander umgehen. Es entstehen kleine oder mittelgroße „Kreise“, deren Mitglieder dann eben nur untereinander alles teilen. Wobei, ich denke, dass es in der Realität auch nicht anders ist. Dort nimmt man vermutlich auch nicht jeden in seiner Clique auf, insbesondere jene nicht, deren Benehmen nicht passt.
    Die schöne, ursprüngliche Idee der virtuellen Welt, dass sie alle Menschen, egal wo, miteinander verbinden, Freundschaften über Grenzen hinaus ermöglichen soll, geht langsam flöten, weil viele, die eben diese Plattformen benutzen, tun dies, um ihren persönlichen Frust abzubauen und dadurch eine negative Atmosphäre erzeugen. Wer will sich schon freiwillig den Ausbrüchen der Frustwütigen aussetzen, wer will schon mit ihnen befreundet sein…?
    Die meisten Menschen suchen Nähe, Wärme und netten Austausch und wenn man selbst zu diesen Menschen gehört, wendet man sich langsam aber sicher von den mittlerweile zu „Hass-Plattformen“ avancierten sog. soz. Medien ab, um sich selbst, seinen eigenen , inneren Frieden zu schützen.
    Jene, die das nicht tun, tun sich eigentlich selbst nichts Gutes, doch sie fürchten die Ausgrenzung und dass sie ignoriert werden, dass sie keine Aufmerksamkeit mehr von den anderen bekommen. Ich glaube, sie haben davor noch mehr Angst, als davor, gemobbt und kritisiert zu werden. Lieber ertragen sie es, um nur ja nicht fallen gelassen zu werden. Tja, das Selbstwertgefühl… da hinkt es bei vielen gewaltig. Aber gut, das wäre jetzt ein Thema für Psychologen, denke ich. Dieser Beruf wird demnächst sowieso boomen, wenn es nicht jetzt schon tut, wenn das mit der virtuellen Welt so weitergeht, wo junge Menschen besonders anfällig zu sein scheinen. Aber wie gesagt, das ist nur meine persönliche Meinung.
    * * *
    So, und jetzt habe ich noch einen zweiten Punkt, den ich loswerden möchte:
    „Doch die mangelnde Bereitschaft um eine Beziehung zu kämpfen und diese aufrechtzuerhalten hat sich in unseren Köpfen manifestiert… […] (Zitat aus deinem Beitrag).
    Vom Kämpfen an sich halte ich persönlich nichts, auch nicht in einer Beziehung oder gerade dort nichts.
    Kämpfen hat etwas mit Erzwingen zu tun, und wenn man etwas erzwingen will, wird es nicht funktionieren. Schon gar nicht in einer Beziehung, weil jeder sich unterschiedlich entwickelt, wenn man zusammenlebt oder nur zusammen ist. Jeder hat seine eigene Geschwindigkeit, das ist immer individuell. Damit es passt, müsste einer der beiden schnelleren Schrittes voranschreiten, um mithalten zu können, oder seine Schritte verlangsamen, um nicht schneller in seiner persönlichen Entwicklung sein, als sein Lebenspartner, ihn also nicht zu „überholen“. Doch in beiden Fällen müsste man sich verbiegen, damit die Beziehung harmonisch bleibt.
    Es gibt Partnerschaften, in welchen die Menschen auf der gleichen persönlichen Entwicklungsstufe sind, und sich auch mit ungefähr derselben Geschwindigkeit bewegen. Es sind Beziehungen, die sehr innig sind und äußerst lange halten, sogar noch die goldene Hochzeit schaffen 🙂 . Aber leider sind nicht alle oder gar die meisten Beziehungen nicht so. Das kriegt man ja laufend mit, wie du es auch geschrieben hast. Da wird entweder relativ bald das Handtuch geworfen oder im Hintergrund wohl gekämpft, um es aufrechtzuerhalten – doch in den meisten Fällen kommt es, wie es kommen muss. Früher oder später.
    Wie gesagt, vom Kämpfen halte ich nichts, generell nicht und ich habe mal ein Zitat entdeckt, in dem es meiner Meinung nach viel Wahrheit steckt, zumindest für mich persönlich.
    „Löse Dich von dem Gedanken, immer kämpfen zu müssen.
    Denn was gut ist und zu Dir gehört, bleibt.
    Was bei dir sein will, kommt freiwillig.
    Und was gehen will, geht sowieso.“
    (Elmar Rassi)
    Ich denke, mit diesen Worten ist „Der Fluss des Lebens“ sehr zutreffend definiert. Und ich glaube, man sollte es vermeiden, ständig durch irgendwelche selbst inszenierten Kämpfe in den Fluss des Lebens „reinzupfuschen“, den Fluss des Lebens stören oder gar aufhalten. Es könnte gut sein, dass man sich unnötig bemüht und irgendwann des Kampfes müde geworden, doch loslassen muss, ohne erreicht zu haben, was man eigentlich wollte.
    Aber wie gesagt, das ist nur meine persönliche Meinung und es stört mich in keinster Weise, wenn jemand anderer Meinung ist.
    Liebe Grüße
    Frieda

    1. Hallo Frieda, vielen lieben Dank für diesen konstruktiven Kommentar!

      Du hättest daraus locker einen eigenen Beitrag machen können, du hast das wirklich toll geschrieben und zusammengefasst.

      Ich finde es auch extrem schade, dass sich immer mehr Menschen durch diese ganze Negativspirale dazu gezwungen fühlen, sich abzukapseln und gerade als Bloggerin merke ich, wie sehr das die Möglichkeiten in Bezug auf das Knüpfen neuer Kontakte oder einfach den Bekanntheitsgrad zu vergrößern, einschränkt. Und das ist extrem schade, denn es gibt so viele Leute die wirklich wichtige Dinge zu sagen haben und es in diesem System einfach nicht können… Was meiner Vorstellung von Social Media einfach widerspricht denn daran ist gar nichts mehr sozial.
      Wie sich das alles auch auf unseren zwischenmenschlichen Umgang und Beziehungen auswirkt, erschüttert mich immer wieder und deshalb war das bestimmt nicht mein letzter Beitrag zu diesem Thema.

      Das mit dem Fluss des Lebens finde ich einen super schönen Ansatz von dir und ich werde diesen auch gerne in mein Denken übernehmen ☺️ Und ich hoffe andere tun dies ebenso!

      Liebe Grüße und dir noch einen schönen Abend, Kay. 🙂

      1. Dankeschön, liebe Kay für deine Antwort! Ja, du hast recht, ich betrachte diese Plattformen auch nicht mehr wirklich sozial… das waren sie vielleicht früher mal… Und ja, da gebe ich dir auch recht, dass diese Situation die Möglichkeiten, den Bekanntheitsgrad zu forcieren, einschränkt und das ist echt schade, denn u. a. war es dazu entwickelt worden.
        Ich persönlich beschränke mich auf die Community von WP, denn hier ist es noch recht überschaubar bzw. kann man es relativ gut handhaben, wer kommentieren kann und wer nicht. Ich selbst habe es so eingestellt, dass meine Beiträge nur angemeldete User kommentieren können, also nicht jeder, aus aller Welt; das hatten mich frühere, negative Erfahrungen gelehrt. Und auch innerhalb dieser Einstellung kann man sogar bestimmen, welcher Kommentar ungelesen im Spam-Ordner landen sollte. So gesehen kann man hier den Frustwütigen recht gut entgegenwirken.
        Es ist traurig, dass man so denken muss, wenn man einfach nur bloggen und lesenswerte Beiträge, Kommentare in Ruhe, ohne Aufregung lesen möchte. Ursprünglich hatte ich die Komm.Funktion gar nicht freigeschaltet, doch dann hatte ich ein paar nette Anfragen diesbezüglich erhalten und sie dann doch ermöglicht. Aber das Gute daran ist, dass man sie jederzeit wieder deaktivieren kann, wenn es einem zu bunt wird.

        Es freut mich, dass dir der Gedanke mit dem Fluss des Lebens gut gefällt und ich kann dir nur empfehlen, diesen Gedanken, als ständigen Begleiter in deinem persönlichen Leben zu integrieren. Meine Erfahrung: es lebt sich dadurch leichter. Wenn es dir gelingt, dies immer vor Augen zu halten, wirst du Vertrauen im Leben entwickeln können.
        Noch ein letzter Satz von mir: Nichts geschieht zufällig und alles, was geschieht, ist für etwas gut. Und das gilt auch für Vergangenes. Wenn du kurz innehältst und einen Rückblick auf deine Vergangenheit wirfst, wirst du es vielleicht, aus heutiger Sich erkennen. Nämlich, dass alles für etwas gut war; bloß damals konntest du es noch nicht erkennen. Manchmal brauchen Antworten Monate, Jahre, bis sie offensichtlich werden.

        In der heutigen, hektischen Zeit setzen sich nur wenige Menschen mit sich selbst auseinander, sie rennen immer von A nach B, um nichts zu verpassen. Auch das ist sehr schade… aber so ist es nun mal sehr oft.

        Dir auch einen schönen Abend und liebe Grüße
        Frieda

      2. Da ich bisher (zum Glück) noch keine Erfahrungen mit Negativität in Bezug auf meinen Blog gemacht habe, gehe ich an diese Sache mit den Kommentaren erstmal gelassen an. Es gibt, sollte es wirklich in eine beleidigende Richtung gehen ja noch immer die Möglichkeit einen Kommentar nicht zu veröffentlichen, denn ich gehe davon aus, dass auch meinen LeserInnen nicht alles gefallen wird, was ich schreibe.
        Das bedeutet aber nicht, dass ich es nicht akzeptieren kann, auch negative Kritik anzunehmen. Ich denke, der Ton macht die Musik und solange es ein Miteinander ist und kein gegeneinander ankämpfen kann ich damit leben.

        Dass alles was geschieht einen Sinn hat, sehe ich genauso wie du , ich habe sogar eine Tätowierung auf meinem Körper zu genau diesem Thema., so überzeugt bin ich davon 🙂

        Auch über das mit der Hektik wird es sehr bald schon einen Artikel auf meinem Blog geben, ich denke wir haben sehr ähnliche Gedanken zu den momentanen Geschehnissen in dieser Welt 🙂

        Daher bedanke ich mich nochmals für deine Kommentare, sie geben mir wieder neue Inspiration und Denkanstöße!

        Liebe Grüße, Kay.

      3. Das freut mich sehr, liebe Kay!
        Ich schätze dein Engagement sehr und es freut mich auch sehr, dass du einen Blog ins Leben gerufen hast, der vielen Lesern die Augen öffnen mag und über die virtuelle Welt aber auch über die Realität zum Nachdenken anregt.

        Bitte setze unbedingt deine Arbeit fort, solche Blogs, wie deiner, werden heutzutage gebraucht! Aufklären, Erklären, ohne zu Belehren und positive Impulse, Erkenntnisse den Lesern mit auf den Weg geben. Denn es gibt sehr viele Leser, die Blogs nicht nur zur Unterhaltung lesen möchten sondern gute Tipps oder wertvolle Erkenntnisse für ihre persönliche Entwicklung suchen. Und das müssen auch gar nicht hoch psychologische Ratschläge sein; da sollte man sowieso vorsichtig sein, wenn man nicht ausgebildete Psychologin ist. Persönliche Lebenserfahrungen, Beobachtungen, sog. Augenöffner reichen auch, aus der eigenen Perspektive erzählt. Ein Erfahrungsaustausch sozusagen. Aber du weißt schon, wie es am Besten funktioniert, das glaube ich ganz fest.

        Ich denke auch, dass deine Themen viele, insbesondere junge Menschen interessieren, da du auch „ihre Sprache“ sprichst. Deinem Blog werden dir bestimmt noch mehr folgen (das tue ich hiermit auch 🙂 )

        Toll, dass unsere Ansichten so ähnlich sind, das freut mich besonders. Es ist immer wieder schön, hier auf Gleichgesinnte zu treffen und sich miteinander auszutauschen. Ich freue mich auf weitere interessante Beiträge von dir und gebe dir gerne Denkanstöße, wenn mir zu deinen Posts zusätzlich etwas einfallen sollte.

        Das Tolle an der Community ist ja, dass man sich durch die Beiträge gegenseitig inspiriert; das war bei mir auch schon ein paar Mal der Fall. Ich schreibe dann immer einen Vermerk am Ende des Beitrages, durch welchen Blogpost (Autor+Blogname+Link zum Beitrag) ich inspiriert wurde – es ist eine nette Geste und alle freuen sich. Aber das hättest du bestimmt ohnehin gewusst. Ich zumindest praktiziere es so.

        Also, ran an die Tasten – ich wünsche dir viel Erfolg und noch mehr Freude dabei!

        Liebe Grüße
        Frieda

      4. Ich danke dir für deine netten Worte und schätze dein Feedback sehr ☺️
        Ich bin überzeugt, dass wir hier nicht das letzte Mal voneinander lesen 😉
        Liebe Grüße und noch einen schönen Samstag Abend! 🙂

  8. Hallöchen,
    was ein interessanter Beitrag. Ich habe mich nun nach neun Jahren Beziehung auch getrennt. Für mich gibt es nicht „die perfekte Beziehung“. Dafür sind wir alle viel zu unteschiedlich, aber man kann immer daran arbeiten, wenn man nicht ganz glücklich ist. Wenn aber der eine nichts dafür tut, dann sollten sich die Wege trennen 🙂

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

    1. Hey Linni ,

      Ich bin da völlig deiner Meinung 🙂

      Wow neun Jahre! Die wenigsten schaffen es, nach so langer Zeit aus ihrer gewohnten Beziehung noch auszubrechen und das ist schade, denn so kann man nicht glücklich werden.

      Ich denke, dass Perfektion im Auge des Betrachters liegt und wenn man eine glückliche Beziehung führt, kann das durchaus sein dass sie für einen selbst perfekt ist😉

      Liebe Grüße und danke für deinen Kommentar, Kay!

      1. Ja, da hast du recht 🙂 Es war natürlich nicht leicht, aber die Trennung war definitiv der richtige Schritt und wer weiß, wenn bisschen mehr Zeit vergeht, was dann noch im Leben passiert!

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